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Xayra, Part 8 oder: P.S. I Hate You

Der Titel: Xayra
Der Schreiber: lalalu22334
Das Genre: Pappdrama Fantasy

Die Handlung: Weil er heiß auf Ninja-on-a-budget!Xayra ist, schließt sich Prinz Drake den Rebellen gegen seinen miesfiesen Tyrannenvater an und benimmt sich dort wie ein dauernotgeiler Troll, sodass man glauben könnte, er würde sie absichtlich sabotieren. Twist: Dazu bräuchten die den gar nicht!
Die Charaktere: Xayra ist angeblich gegen das System, findet aber Systemschmarotzer Prinz Drake total überzeugend, weil der Daddy Issues hat. Es wird mehr gesabbert als Dinge getan. Angeblich ist irgendwo ein bösewichtiger Bösewicht.
Der Stil: Die inneren Monologe fertigen die Handlung ab, wenn sie nicht gerade kommentieren, dass es total omg widersinnig ist, dass diese Handlung passiert. Die Dialoge sind eine Sammlung aus Drohungen, die total wahr gemacht werden, auf jeden Fall!, und Anmachsprüchen, für die sich Teenager um halb drei Uhr morgens in der Dorfdisco schämen würden.


Part 1, in dem der Konflikt von Disneys Robin Hood aufgewärmt wird
Part 2, in dem zwischen den Protagonisten die Chemie aufkommt, wenn man darunter, uh, ‚Festkörperreaktionen‘ versteht
Part 3, in dem Erpelboy ganz dolle sauer auf Daddy ist
Part 4, der komplett ein Folgefehler von Part 2 ist
Part 5, in dem das Duo Desastre einfach nicht unter der Erde bleibt
Part 6, in dem Erpelboy den Pfadfindern beizutreten versucht
Part 7, in dem er es aus irgendeinem Grund schafft


Willkommen zurück beim Grauen, das dieses Abenteuer bedeutet!
Beim letzten Mal haben die zwei Dummbrote die nächste Base erreicht, womit sie das Klischeelevel der Geschichte ge-upt haben, obwohl ich das nicht für möglich gehalten hätte. Fred Astair weint leise im Hintergrund. Immerhin erreichen wir mit Kapitel fünfzehn endlich Halbzeit, das ist doch etwas.




Teil 15: Xayra

„Küsst euch nicht am Gartentor. Liebe mag blind sein, die Nachbarn sind es nicht.“
- Anonym


LowCarb hat einen feuchten Schlüpfer wegen des Kusses, arbeitet sich aber beim Wegrennen hoch zur Königin eines gewissen Flusses in Ägypten. Eine harte Rebellin verliebt sich schließlich nicht einfach!
Weißt Du, Spätzchen, dass Spione gelegentlich kühl wirken hat etwas damit zu tun, dass sie in der Regel mehr Selbstkontrolle haben als ungezügelte Hormonbomben in Werwolfform, die an Vollmond ihr Selbst an die innere Göttin das innere Biest verlieren.


Mir ist klar geworden, dass dieses Vertrauen, welches ich für Drake habe, eng mit meinen Gefühlen zu ihm verknüpft sind. Was wenn ich mich also von diesen Gefühlen blenden lasse und die ganze Rebellion in Gefahr bringe?

Ich würde ja so etwas wie Optimismus aufgrund dieser Andeutung von Einsicht aufbringen, aber ...


Weil LowCarb eine Meisterspionin ist, achtet sie nicht auf ihre Umgebung und wird in eine Gasse gezogen.

Durch die vielen Kämpfe und die jahrelange Übung der Selbstverteidigung, wirble ich reflexartig zu der Person, die mich gepackt hat, herum und schlage ihm mit meiner Handkante direkt in den Kehlkopf. Treffer ...
Erschrocken stelle ich frst, dass es sich bei meinem vermeintlichen Angreifer um Drake handelt. Dieser steht nun röchelnd und hustend einige Schritte von mir entfernt und umfasst seinen Hals mit beiden Händen. … und versenkt!

Hurra, ein bisschen Karma! Beeindruckend, dass er noch steht. Das gibt mindestens einen gigantischen blauen Fleck für ein paar Wochen, und wenn LowCarb ordentlich zugeschlagen hat, können so wunderbare Sachen wie Luft- und Speiseröhre, Schilddrüse et cetera etwas abbekommen haben, generell dürfte auch der Nacken weh tun. Viel Spaß damit, Prinzchen!

„Wieso hast du mich die ganze Zeit über ignoriert?" fragt er.


Habe ich schonmal erwähnt, wie bescheuert das ist, jemanden für sich arbeiten zu lassen, der seine Anweisungen ständig missachtet, weil er sich von seinem Lustobjekt vernachlässigt fühlt?

Andererseits mal ein ernstes Wort an die Rebelluschen: Die Königsfamilie lebt in derselben Stadt, man möchte sagen ziemlich zentral und grundsätzlich bei einer gut gehenden Hofhaltung auf dem Präsentierteller, eh? Und Erpelboy macht kein großes Geheimnis aus seinen Hobbies, ist der heiße Scheiß in der Apfelbeeren-Partyszene und seine offizielle Stellung bei Hofe ist ‚Schandfleck der Familie‘. Es kann doch nicht so schwer sein, ihm regelmäßig ein paar attraktive Damen der Rebellion zuzuführen, die ihm Infos aus der Nase ziehen und von seinem Schlafzimmer aus Zugang zu ein paar nützlichen Bereichen bekommen. Und ihr könnt mir nicht erzählen, dass Erpelboy nicht ganz vorne mit dabei gewesen wäre, wenn ihm eine vollbusige Dame in knapper Kleidung vorgeschlagen hätte, mit ihr am Arm skandalös eine von Papas Hof-Parties zu crashen.


„Hast du vergessen, dass du mittlerweile für die Rebellen arbeitest? Dein Job ist es nicht Bedingungen zu stellen, sondern das zu tun, was getan werden muss." meine ich leicht genervt, was sein strahlendes Lächeln aber keineswegs trübt. Er zuckt lediglich mit den Schultern und sieht mich abwartend an.

Ja, den würde ich auch total ernst nehmen. Ich habe schon Gewürzgurken in Cowboy-Hüten getroffen, die ich ernster nehmen konnte als diesen Garderobenhaken von einem Schmierlappen. Sheesh, wenn das nur jemand vorher geahnt hätte … LowCarb erklärt ihm, dass er sich ja auch mal nützlich machen könnte, indem er sich daheim engagiert, weil er sonst für die Rebellen ein genauso nutzloses Stück Schleim ist wie für seine Familie. Formulierung vielleicht leicht von mir angepasst.

„Ist es wegen dem Kuss?" fragt er und ich meine in seinen Augen so etwas wie Enttäuschung und Schmerz zu erkennen.[…]
Mit seinem Gesicht so nahe, dass ich seinen Atem auf meinen Lippen spüren kann, sagt er ernst: „Falls es so ist, will ich, dass du weisst, dass ich diesen Kuss kein bisschen bereue."


*seufz* Es könnte eine wirklich spannende Geschichte sein. Ja, sogar mit dem Schnulzenkram drin. Aber. Es fuckt mich unfassbar ab, wie sehr sich Erpelboy weigert, mit etwas anderem zu ‚denken‘ als seinen Geschlechtsorganen! Kann jemand dem mal eine Gummipuppe schicken, oder meinetwegen eine Flatrate im Bordell, irgendetwas, damit die Story weitergehen kann?

Stattdessen knutscht er sie wieder und die beiden machen herum. G-Rated Sexszene, anyone?

Ich lasse den Korb fallen und verschränke stattdessen meine Finger in seinen dunklen Haaren, um sein Gesicht mit Schmackes gegen mein Knie zu donnern. (Nicht? Hmpf). Seine Hände wandern von meinen Wangen sanft, über meinen Hals und meine Schultern, bis hin zu meiner Hüfte, an der immer noch mein Dolch hängt, zwinker, zwinker. Er zieht mich ruckartig näher an sich ran, denn das hatte er auch in den Harlequin-Romanzen seiner Köchin gelesen, und löst seine Lippen von den meinen, um gleich darauf meinen Hals entlang zu küssen. Als er leicht an einer Stelle hinter meinem Ohr saugt, entweicht mir ein leises Stöhnen aus meinem Poloch. Augenblicklich kann ich das Lächeln auf seinen Lippen an meiner Haut spüren. Er küsst die Stelle noch ein paar Mal, bevor er weiter runter zu meinen halb entblössten Schultern wandert.

*gelangweilt nägel feil* Kann‘s dann weitergehen?

Drake legt seine Stirne an meine und sieht mich so lange leer an, bis ich bemerke, dass seine Batterien leer sind. Ich ziehe ihn mit, einen Stecker für E-Autos suchend und lade ihn soweit auf, dass er mich mit funkelnden Augen zufrieden anglotzt.
„Ab jetzt gehören wir zueinander, Xayra Atkins, wie das Scheißhaus und die Scheißhausfliegen." verkündet er feierlich mit einem gewissen Stolz in seiner Stimme und klebte mir einen Inventar-Sticker unter die Sohle.


Wie fandet ihr das Kapitel? Ich bin immer offen (und sogar froh) über konstruktive Kritik! 😘

Sollte ihr jemand den Link schicken, um diese Hypothese zu testen?


Teil 16: Drake

“Rauchen tötet. Wenn man stirbt, verliert man einen wichtigen Teil seines Lebens.”
- Brooke Shields



Das mit dem Zuckerbrot hat offenbar ganz gut funktioniert, denn Erpelboy sitzt in einem nichtssagenden Konferenzzimmer, in dem vermutlich auch mit schwarzem Leder bezogene Chromsitze um einen ovalen Glastisch stehen, und wartet auf Antwort von Dr Sommer. Denn, wisst ihr, Engagement ist haaart!

Ich würde Blondi gerne mal sehen, wie er zwei Flaschen Bier auf einmal durch die Nase absorbiert und dann versucht, [...]stundenlang langweilige Dokumente zu lesen, Briefe zu schreiben und die unendlich langen Vorträge des Königs und anderen Offizieren, Generäle, Berater etc. mit anzuhören.
Als ob ich nichts besseres zu tun hätte… Ich meine, ich könnte tatsächlich versuchen zu verstehen, was da zwischen meinen Ohren hindurchrauscht, aber Denken ist auch haaart.

Oh nein! Er muss … lesen. Und herumstehen, ohne in der Nase zu bohren. Das kann Klein Erpelboy schon einmal für ein paar Wochen in den Krankenstand versetzen, so ohne ergonomischen Bürostuhl und von der Krankenkasse gesponsorte Massagen. Das ist jetzt nicht unbedingt das, was ich unter Engagement verstehen würde, sondern eher passives Sauerstoff-Wegatmen, aber er gibt sich halt alle Mühe, die er aufbringen kann.

Unmotiviert und gelangweilt verbringe ich also zwei wertvolle Stunden meines Lebens in dem trostlosen Raum und höre den verschiedenen Berichten zu. Wie schon bei den vorherigen Malen kam dabei nichts Brauchbares heraus.

Die … die haben ihm doch hoffentlich vorher in Wörtern mit wenigen Silben und mithilfe der Sockenpuppen erklärt, dass nicht nur das nützlich ist, was König McSnevil einleitet mit „Tacheles, Leute, jetzt mal über meinen geheimen bösen Plan ...“?


Nein, eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass er nur die Gehirnkapazität einesangeknacksten Borkenkäferfossils nach einer Runde Schiffsschaukel in diversen tiefengeologischen Erdschichten hat.
Es fällt Erpelboy auch wirklich ungeheuer schwer, auch nur die einfachsten Regeln des Abstandes – der Anschein von Respekt für langweilige Untertanen, die man nicht begatten will – einzuhalten, doch das ist natürlich nur seinem komplexen Seelenzustand zu verdanken, wisst ihr. Denn unser Rebellenprinzchen bekommt von seinem Papa eine tief emotionale Szene zugemutet.


Doch kaum habe ich einige Schritte in Richtung Ausgang gemacht, legt sich eine Hand auf meine Schulter und klopf ein paar mal drauf, in der Hoffnung, mich am losen Nagel der Dielen festzustecken.
„Es ist schön zu sehen, dass du endlich zur Vernunft gekommen bist und es schaffst, fünf Minuten am Stück die Fresse zu halten ohne einen Tobsuchtsanfall zu bekommen, mein Sohn." meint der König und ich glaube sogar, so etwas wie Stolz in seiner Stimme zu hören.


König Evil McSnevil, Vollzeittyrann und Schrecken aller Innenarchitekten, ist so unglaublich böse, dass ein paar halbherzige Tage auf Durchzug stellen ohne sich wie der letzte Idiot zu verhalten als Versöhnungszeichen reichen und den Haussegen richten. Erpelboy hat absolut nichts getan außer danebenzustehen und für seinen Papa ist alles toggo.

Und den sollen wir als Oberbösewicht ernstnehmen!


Dann räuspert [der König] sich auf einmal und meint mit einem merkwürdigen Unterton: „Heutzutage kann man nur noch den wenigsten Menschen vertrauen, aber auch denen nicht vollständig."


Oh, Moment, könnte es spannend werden? Szenenwechsel! Erpelboy geht tierisch einer ab, weil er seine Abenteurertasche packen und zu Xayra kommen soll. Und auf welche geniale Weise übermittelt LowCarb, Rebellin und Meisterspionin, ihm die geheime Anweisung und den obergeheimen Treffpunkt?
Sie lässt es eine Schlosswache ausrichten. Unter Angabe ihres echten Namens.




[LowCarb nähert sich lässig mit ihrem Spionagemantel der Genialen Meisterspionin(TM) dem Schlosstor.]

Wachmann: „Obwohl Mademoiselle offensichtlich nur eine gewöhnliche Bürgerin sind und auf gar keinen Fall eine Rebellin, muss ich Mademoiselle bitten, sich vom Tor zu entfernen.“
LowCarb: „Hier geht‘s doch rein, oder?“
Wachmann: „Haben Mademoiselle eine Einladung vorzuweisen? Gewöhnlich werden die Dinge, die nur normale Bürger treffen, die auf gar keinen Fall Rebellen sind, am Dienstboteneingang oder schriftlich über die Kanzlei abgewickelt.“
LowCarb: „Oh, wie dumm. Könnt ihr dem Prinzen was ausrichten? Dem, der sexy ist, nicht der doofe andere?“
Wachmann: „Wie meinen?“
LowCarb: „Cool, also, sag ihm einfach, Xayra weist ihn an, mit Ausrüstung, die auf gar keinen Fall der Rebellion dient, zum nördlichen Waldrand von Dingsda zu kommen, wo auf keinen Fall ein Camp der Rebellion ist. Ich meine, so ein Wald kann ja nicht so groß sein, da findet man sich schon!“


Im Raum voller Waffen, muss ch nicht lange nachdenken, was ich aussuchen werde. Ohne lange zu zögern, schnappe ich mir zwei Metallstangen in der Grösse von einem Schwert, das in Apfelbeerenreich auf drölf Zentimeter genormt ist. Ja, auch Zweihänder, da ist einfach der Griff länger. Zudem nehme ich noch einen Dolch und drei kleine Wurfmesser aus dem letzten Ü-Ei aus dem Regal.

Mehr als Waffen können ja auf keinen Fall gemeint sein, Rüstung ist für Weicheier und das Erste-Hilfe-Kit ist nur unnötiger Ballast. Zur Not bestellt er mobil bei Lieferando und ruft dann ein Taxi.

Wow, war das viel Blödheit für so kurze Kapitel. Wann passiert eigentlich wieder irgendetwas?



Teil 17: Xayra

“Vorhersagen sind schwierig. Besonders die über die Zukunft.“
- Henry Louis Mencken


Am Treffpunkt gammelt LowCarb herum, denn eine Falle wäre viel zu spannend für diese Geschichte. Weil aber der Geschichte auch aufgefallen ist, dass relativ wenig passiert, kriegen wir noch einen NPC zugeschoben. Es ist ein Stück blondhaarigen“ Müslikartons mit dem Namen Floyd und einem männlichen Geschlecht, zweifellos, damit wir den originellen Eifersuchtsplot zum drölfzigtausendsten Mal durchkauen können.

Meine Mundwinkel zucken ein wenig nach oben, als ich an den unverbesserlichen Prinzen denke. Kaum steht er endlich vor mir, mit seinem selbstbewussten Grinsen und seiner viel zu auffälligen Kleidung, verspüre ich wieder diese Gefühle, die ich immer habe, wenn ich an ihn denke, ihn sehe oder etwas über ihn höre: Ekel und eine morbide Faszination für solch ein Maß an Dummheit.

Als er dann endlich in Reichweite war, ziehe ich ihn ohne zu überlegen an mich ran und küsse ihn auf den Mund. Er zögert keinen Augenblick, um den leidenschaftlichen Kuss zu erwidern. Es für diesen Moment, gibt es nur noch uns beide. Er legt all seine Sehnsucht und sein Verlangen in diesen Kuss, genau so wie ich auch. Erstaunt stelle ich fest, dass ich ihn wirklich vermisst habe. Ihn, seine feurigen Berührungen und alles, was damit verbunden ist, also hauptsächlich seine Erektion.


Wenigstens LowCarb erinnert sich daran, dass wir noch so etwas wie eine Rahmenhandlung haben, und bringt Prinz Pumpernickel zu dem Statisten, der sich in der Zwischenzeit auf wundersame Weise vermehrt hat. Ja, das passiert mir auch immer mit dem Staub, wenn ich ihn nur mal kurz einen Tag oder zwei liegen lasse.

„Das ist der Prinz, Xay!" Sagt Floyd verständnislos, weshalb um Himmelswillen ich Drake Beaufort nicht auf der Stelle erledige.
Also liegt es nicht an der Story, dass außer LowCarb jeder und sein Hund -
Ich beisse mir auf die Unterlippe, um einen frustrierten Schrei zu unterdrücken. Wieso zum Teufel bemerkt jeder, ausser ich, gleich auf Anhieb, dass er der verfluchte Prinz ist?!


*schenkt sich ein großes Glas Rotwein ein*

Es folgt die übliche OMFG-Reaktion, nur dass Erpelboy leider nicht noch einmal fast erwürgt wird, sondern nur angepampt wie auf einem Schulhof, auf dem sich jeder Mittelstüfler mit Testosteron-Werten diesseits der Nullgrenze für einen unglaublich toughen Ghetto-Gangster hält.

„Ich behalte dich im Auge, Prinzchen." versichert Floyd Drake, als dieser an im vorbei geht.
„Nenn mich noch einmal Prinzchen und ich sorge dafür, dass du bald keine Augen mehr hast." droht Drake und zieht zwei Metallstangen, die die Überreste eines von Erpelboy in einer Kneipenschlägerei auseinandergenommenen Barstuhls waren, unter seinem Umhang hervor.
„Versuchs doch!" fordert ihn Floyd heraus und fügt zum Schluss noch ein „Prinzchen." hinzu, wobei er jede Silbe einzeln betont.

“Don‘t call me a rat, buddy!“ - „I‘m, not your buddy, friend.“ - „I‘m not your friend, guy.“


Da das Betreten des Rasens während der Revolution verboten ist, gibt es keine Keilerei, auch wenn ich gerne Wetten entgegengenommen hätte, wer von den anwesenden Rebellen dem Prinzen zuerst voller Genuss eine dringend nötige Kieferkorrektur verpasst. Stattdessen versammeln sich alle brav im Stuhlkreis und Oberstudienrätin LowCarb lässt casually fallen, dass sie als Rebellion im Allgemeinen und Individuen im Besonderen so langsam doch mal aus dem Urlaubsmodus raus und in die Pötte kommen sollten. Ein wilder Plot taucht auf!

„Ich weiss nicht, ob ihr es mitbekommen habt, aber Gestern wurden beinahe die Hälfte aller Rebellen festgenommen und hier her ins Gefängnis von Derraia gebracht."


Wieso bei Swafnir hingen wir dann das ganze letzte Kapitel bei Erpelboy herum, was nur wenig spannender war als einem umgekippten Glas Limonade beim Verdunsten zuzugucken? Überall in der Stadt – ich hätte ja gesagt ‚Land‘, aber seien wir ehrlich, alles findet in Apfelbeerenhauptstadt statt – finden sorgfältig vorbereitete und einigermaßen präzise parallel ablaufende Festnahmen mit dem hiesigen Äquivalent von SWAT-Teams statt und wir gammeln mit Prinz Doesn‘t-Care in irgendeiner Besprechung herum, in der nichts davon thematisiert wird? Und anstatt wenigstens ein bisschen davon an LowCarbs Perspektive dranzuhängen, müssen wir uns nur den schmalzigen Abschiedskram geben als würde sie ohne Erpelboys Anwesenheit in Standby gehen? Lasst es euch auf der Zunge zergehen: Es passiert tatsächlich mal etwas Spannendes, das sowohl bei LowCarb als auch bei Erpelboy so etwas wie Emotionen oder Charaktertiefe auslösen könnte und es wird. Einfach. Geskippt.

AAAAAARGH!


„So wie es aussieht, sollen beinahe alle morgen gehängt werden." fahre ich fort.
„Moment... sollte zwischen Festnahme und Todesstrafe nicht noch ein Gerichtsverfahren stattfinden?"

Dass nicht mindestens ein paar Gestalten schon beim Einsatz selbst tragisch an spontaner Polizeigewalt verunfallt sind, ist erstaunlich. Aber dass sie nicht einmal daran denken, dass man Urteile auch bedarfsgerecht schnell ausstellen kann, wenn man der oberste Richter ist oder selbigen in der Tasche hat SO ALS TYRANN, wundert mich bei der Hirnlosigkeit dieser Rebellen gar nicht mehr. Ich meine, wer kennt sie nicht, die mittelalterliche Staatsanwaltschaft, die forensisch stabile Beweise sammelt, um insbesondere den vielzitierten kleinen Mann gegen DEN OBERSTEN HERRSCHER DES LANDES SELBST zu verteidigen. Selbst wenn ich als Richter von König McSnevil so etwas verhandeln wollen würde, ist der König vermutlich als Landesherr selbst befugt, die zu verurteilen.
Ich meine, mal so ganz einfach gedacht: McSnevil besorgt sich Überwachung und am besten noch so etwas wie Zeugenaussagen, um die Rebellen zu identifizieren. McSnevil käschert die Rebellen ein und foltert ein paar Geständnisse aus ihnen heraus. McSnevil stellt sich am nächsten Tag hin und verkündet, er verurteile diese Hochverräter zum Tode durch den Strang. McSnevil betätigt den Hebel, alle hängen. Dauert keine vierundzwanzig Stunden, wenn man sich mit Frühstück und letzter Ölung etwas beeilt.




Aber natürlich muss LowCarb mit ihren vier Zwergen den Robin Hood geben, deshalb hat sie zwar ihre total zuverlässigen Geheimquellen der Geheimigkeit, aber LowCarb Senior kriegt die Idiotenkarte zugespielt.

„Tatsache ist, dass mehrere Leute, die sicher nicht verdächtig sind, meinen Barbiepalast durcheinander gebracht haben und ich jetzt den Plastik-Kristallleuchter mit LEDs nicht mehr finde. Das heißt logischerweise, dass sie mit der Hilfe der hypnotischen Lichteinstrahlung davon Vater überzeugt haben, dass die Hinrichtungen erst in einer Woche sind. Daher will er nichts überstürzen und erst in drei Tagen die Gefangen retten, mit einem Spontanplan, der ihm dann schon einfallen wird. Zuviel Planung gibt nur Falten und graue Haare. Nur wird es dann schon zu spät sein."

Zu spät! (Zu spät) Zu spät! (Zu spät) Zu spät! (Zu spät) Doch dann ist es zu spät ~

… tut mir Leid, ich habe mich ablenken lassen. Viel zu gerne.
Aber es kommt auch nur der total überraschende und überhaupt nicht voraussehbare Plottwist, dass die genialen Rebellen nur aufgeflogen sein können, weil es einen pöhsen Verräter gibt. LowCarbs HiWis stieren daraufhin böse zu Erpelboy, weil sie voller Vorurteile sind und nicht das vom Plot herniedergeschwebte Gefühl des Vertrauens haben wie unsere Protagonistin. Was für Dummbatze!





Teil 18: Drake

„Wie können Spiegel echt sein, wenn unsere Augen nicht echt sind?“
- Jayden Smith



Wir wechseln also in Erpelboys angestaubte Schädelhöhle, auf deren Innenwand entweder schmuddelige Fantasien oder 24h Nyan-Cat-Videos laufen.

Ich habe zugehört...
Mehr oder weniger.


Wonderboy wundert sich, warum dieses Detail mit dem Vertrauen seit letztens nicht vollkommen aus der Welt geschaffen ist. Immerhin hat er sich voll angestrengt, indem er … keine Ahnung, aber es war unangenehm, seinem Daddy zuzuhören und nicht 24/7 in LowCarbs Ausschnitt starren zu können, das muss doch schon irgendetwas zählen!

„Naja... irgendwie scheinst du schon der naheliegendste Verdächtige zu sein. Wenn du als Prinz uns nicht verraten hast, wer dann?" gibt auch das Mädchen, deren Namen ich bereits wieder vergessen habe, weil ich sie nicht ins Bett bekommen will und sie nur ein lahmer Nebencharakter ist, zu bedenken. Bevor ich anfangen kann, sie zurecht zu weisen, hat Xayra sie zum grössten Teil bereits von meiner Unschuld überzeugt, indem sie sagt: „Drake ist unschuldig. Ich hatte einen plotrelevant-prophetischen feuchten Traum, der das bestätigt!


Ach so. Ja, gut. Was soll man diesem Argument schon entgegensetzen?
Pappkarton Floyd versucht verzweifelt, eine gesamte Gehirnzelle zusammenzukriegen und zu bedenken zu geben, dass man dem Prinzen die Infos ja nicht geben musste, damit er sie sich nimmt. Guter Versuch, Floyd, aber das würde voraussetzen, dass Erpelboy mehr Gehirn hat als eine Tiefseequalle und mehr Tatendrang an den Tag legt als ein anästhesierter Narkoleptiker. Trotzdem, ein Fleißsternchen ins Statistenbuch.


LowCarb erklärt Kraft ihres Amtes als Sue die Diskussion für beendet, denn eigentlich sind wir ja für die Action hier.

„Gut, haben alle den Plan verstanden?" fragt Xayra nach einer Weile und alle Anwesenden nicken, naja alle bis auf mich.


Nur um nochmal zu beweisen, wie unglaublich nützlich und hilfreich er für die Truppe ist, bringt Erpelboy noch einmal diese total humorvolle Szene, bei der er nicht zugehört hat und auch sonst keinen Fick gibt, solange er ihnen allen die Luft wegatmen kann. *deutet auf die umliegenden Bäume* Die haben im Schweiße ihrer Borke den Sauerstoff produziert, der Dich am Leben hält, also geh und entschuldige Dich bei ihnen!

„Wir haben keine Zeit mehr ihm den ganzen Plan nochmals zu erklären." wirft Floyd gereizt ein. „Wir sollten ihn einfach hier lassen." schlägt er vor.
„Du hast recht, wir haben keine Zeit mehr." bestätigt Xayra seine Aussage. Schockiert klappt mir der Unterkiefer runter.
Sie will mich doch nicht ernsthaft hier zurücklassen?!

Die wollen doch nicht etwa tatsächlich etwas Vernünftig- ahahahahaHA NATÜRLICH NICHT!

„Aber wir brauchen Drake, um den Plan auszuführen, deshalb werde ich ihm alles auf dem Weg nochmals erklären."



Das ist so unfassbar dumm. Es reicht ja nicht, dass dieses Gefängnis genauso modern ist wie alles andere in dieser angeblichen Mantel-und-Degen-Fantasy, nein, jetzt schleppen wir Dummbrot McBitchprinz auf Teufel komm raus mit, damit er alles versauen kann! Wisst ihr was? Nein.
I just can‘t.



„Du hast recht, wir haben keine Zeit mehr." bestätigt Xayra seine Aussage.
“Zu viert“, überlegt sie laut und ignoriert den entsetzten Blick des Prinzen, den es tatsächlich zu überraschen scheint, dass die Angelegenheit kein Ausflug ins Grüne ist, „müssen wir uns anders aufteilen. Margot, Harry, ihr übernehmt wie geplant den Wehrgang, aber danach brauchen wir einen von euch im Hof ...“
Ihre Komplizin, eine Bogenschützin mit Armen wie anderer Leute Oberschenkel, nickte grimmig.
„Ich übernehme das“, schlug Harry vor.
„Ernsthaft?“, fiel ihm der Prinz ins Wort und schob sich zwischen die Kämpfer, die die Köpfe eng über der Karte zusammengesteckt hatten. „Hallo, ich bin auch noch da?“
Floyd streifte ihn flüchtig mit dem Blick.
„Macht er uns weiter Ärger?“, fragte er an Xayra gewandt.
Die biss sich auf ihre Lippe und deutete nach einem Moment auf einen Punkt auf der Karte.
„An diesem Nebeneingang wird der Pater mich erwarten“, sagte sie, als habe sie keinen der Einwände gehört. „Er hält es für etwas Gnade gegenüber einer werdenden Witwe, also kann ich niemanden von euch mit reinbringen.“
„Und wenn Dein ‚Bruder‘ Dich begleitet hat?“, fragte Margot und deutete mit dem Kinn auf Floyd.
„Unwahrscheinlich, und alleine bin ich unscheinbarer.“
Mittlerweile war der junge Beaufort um die verschworene Gruppe herumgelaufen und wieder bei seiner Geliebten angekommen. Er schnaubte und schlug ungeduldig seine Hand auf ihre Schulter.
„Das kann ich doch machen“, verkündete er in gönnerhaftem Ton. „Du kennst meine Schauspielkünste! Wenn ich meinem Vater vormachen kann, Interesse an -“
„Diese Mühe habt Ihr Euch bei uns nun nicht gerade gemacht.“ Es war Margot, die den Schulterschluss auflöste, indem sie zurücktrat. Sie schlug ihre Hemdsärmel zurück, aber nur, um den Langbogen zur Hand zu nehmen und die Sehne einzuspannen.
Einen Moment lang starrte der Prinz sie nur an, dann wandte er sich an Xayra, erwartungsvoll. Die Anführerin hielt den Blick immer noch eisern auf die Karte gerichtet.
„Du gehst hinter Margot hoch“, sagte sie halblaut. „Alleine kommst Du nicht über die Mauer, also musst Du irgendwie vom Wehrgang in den Hof kommen, ohne die Aufseher zu alarmieren.“
Das vertraute Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des Prinzen auf.
„Sag das doch gleich, mein leichtestes Stück!“
Mit einer Hand schlug er lässig den Aufschlag seines viel zu bunten Gehrockes zurück, den anderen Arm schlang er über die angespannten Schultern der jungen Frau. Für einen Moment schien die Welt ihm in Ordnung, doch bei seiner Berührung zog Xayra die Schulterblätter zurück und schüttelte ihn ab. Endlich stieß sie sich von ihrem improvisierten Planungstisch ab und richtete sich auf. Die mühsame Beherrschung war den angespannten Muskeln abzulesen, ihr Kiefer mahlte einen Moment wortlos.
„Drake Beaufort“, sprach sie schließlich so deutlich aus als rufe sie ihn auf. „Ist Euch klar, worum es hier geht? Dass es unsere Brüder und Schwestern sind, die hinter diesen Mauern schmachten? Dass sie ihr Leben an einen Tyrannen verlieren, wenn dies hier nicht funktioniert?“
Das Funkeln in ihren Augen war nicht der gerechte Zorn, obwohl es zu der Szene gepasst hätte. Die Rebellen um sie herum versteiften sich bei den Worten, jeder mit eigenen Erinnerungen an ihre in Ketten gelegten Kameraden. Die Bogenschützin ließ geräuschvoll die Sehne schnappen, ein hartes Geräusch in dem angespannten Moment der Stille.
„Woher sollte er?“, stellte Floyd schließlich fest und sah Xayra kopfschüttelnd an. Seine beherrschte Ruhe, die sie alle bereits so oft gerettet hatte, ließ nur ein kleines Kopfschütteln zu. „Wenn es für ihn nie um Leben oder Tod ging, wie soll er es verstehen? Du kannst von ihm nicht erwarten ...“
„Was?“, fauchte Drake und reckte sich zu voller Größe auf.
Seine prinzliche Erscheinung mit den Zierknöpfen, der gepolsterten Schulterlinie und modisch-breiten Aufschlägen an den Stiefeln war derart aufgeputzt gegenüber Floyds einfacher Aufmachung, dass er neben dem Rotgerber wirkte wie ein Pfau im Hühnerstall. Es schien plötzlich wie eine Szene aus der Stadt, es fehlte eigentlich nur das edle Pferd des Adeligen, dem der Prolet nicht schnell genug aus dem Weg gesprungen war. Natürlich hatte Xayra gewusst, dass es nicht einfach werden würde. Aber das Feuer, das sie in Beaufort gesehen hatte, als er vom Volk sprach – hatte sie zu schnell zuviel erwartet?
Obwohl sie das Gefühl hatte, sprechen zu müssen, sprach Floyd es zuerst aus.
„Es war nicht als Beleidigung gemeint. Ich möchte Xayra gerne vertrauen, wenn sie meint, dass Ihr Euch unserer Sache verschrieben habt. Aber wir führen diesen Kampf schon unser Leben lang, und Ihr wisst nichts von diesem Leben.“ Merkwürdig steif wandte er sich an Xayra und fügte leise hinzu: „Noch nicht.“
Noch während Beaufort den Mund öffnete, zweifellos um zu protestieren, schlug Harry in die Hände.
„Wir haben nicht viel Zeit“, bemerkte er. „Floyd, Du bekommst meinen Reserve-Haken. Wir haben eh nur einen Versuch, bei der Überführung in die Stadt können wir mit so wenig Leuten keinen Überfall versuchen.“
Derartig abgespeist schnaubte der Prinz indigniert und trat eng an seine Geliebte heran, umfasste ihre Taille.
„Sonnenschein ...“
Sanft, viel sanfter als sie eigentlich gewollt hätte, löste sie seinen Arm von sich.
„Du hast es versprochen“, flüsterte sie. „Ich würde niemals wünschen, dass einer meiner Brüder oder Schwestern Dich umbrächte. Doch ich kann nicht alles riskieren, wofür wir kämpfen. Es wäre nicht mein erstes Opfer für die Freiheit.“
Die letzten Worte hatten an Lautstärke gewonnen, und als sie von ihm wegtrat, glitt ihr Blick über seine Schulter. Bevor er ihm folgen konnte, traf ein präziser Schlag seine Kniekehle. Ehe Drake ganz zu Boden fiel, griffen Floyd und Margot seine Arme und hielten ihn zurück. Sie waren ein eingespieltes Team, und im Schwitzkasten der Schützin war der Prinz innerhalb einer Schrecksekunde gefangen.
„Das macht Dir Spaß, hä“, schnaubte Beaufort Floyd zu, als dieser begann, ihn nach allen Regeln der Kunst zu fesseln.
Das Gesicht des Rotgerbers verriet keinerlei Gefühlsregung.
„Ich tue, was nötig ist“, sagte er lediglich und verschnürte den Prinzen zu einem handlichen Paket.





*seufz*
Stattdessen – und statt des Plans, im Übrigen – bekommen wir ein total notwendiges Gespräch darüber, ob LowCarb und die Floyd-Pappe etwas miteinander haben könnten. Prioritäten! Da sitzt die Hälfte eurer Rebellion bei der letzten Beichte und die haben erstmal eine romantische L-Wort-Szene!


„Mach dir keine Gedanken über Floyd." sie zögert einen Moment. „Glaub mir, du löst in mir Gefühle aus, die ich bisher noch nicht kannte." flüstert sie fast schon schüchtern gegen meine Lippen.

SKIP!

Es folgt der Action-Teil, der ungefähr genauso abläuft wie die bisherigen auch: Man Altair-t sich an irgendwelchen Mauern hoch und fängt unter Abgabe dummer Sprüche an, die Trashmobs Wachen zu schnetzeln.


„Wie bist du hier her gekommen?" fragt mich der Wachmann verwirrt und richtet hastig sein Schwert auf mich. “Als sie die Rebellen der Rebellion gebracht haben, die offen gegen den Tyrannen rebellieren und regelmäßig in öffentliche Gebäude inklusive des Palastes einbrechen, hat man nur uns stereotype Deppen eingesetzt!“
„Das ist so eine Art Superkraft von mir. Ich kann auf magische Weise auftauchen, wo auch immer ich will." erkläre ich ihm ernst.
Für einen Moment zögert er, als würde er tatsächlich überlegen, ob ich die Wahrheit sage. Zu seinem Pech reicht mir dieser kurze Augenblick seines Zweifelns völlig aus, um ihn kopfüber aus dem Fenster zu werfen.
„Guten Flug." wünsche ich ihm, was jedoch von seinem panischen Schrei dem Wilhelm-Scream übertönt wird.

Nicht dass sich Erpelboy etwas zerrt, wenn er weiter so hart versucht, uns sympathisch zu werden.

Als ich die Treppe runter laufe, höre ich, wie jemand Wachmänner zusammentrommelt.
Anscheinend sind sie nun ganz auf mich aufmerksam geworden.
So viel zu „möglichst unbemerkt"... tut mir leid Xayra.

Oder, wissenschon, kompetent.

Die Psychobacke hüpft weiter durch den Turm und gibt sich dabei alle Mühe, so verachtend wie möglich auf die Leute herabzublicken, die ihren undankbaren und gefährlichen Job ausüben. Er versucht die Nummer mit dem schnellen Krieger, der große Gegnergruppen ausschaltet, indem er hier und dort auftaucht. Es würde vielleicht funktionieren, würde er sich nicht einfach über Augenlevel schwingen und damit das Sichtfeld der NPCs umgehen, von wo er dann herumtönt, wie geil er ist. Nightcrawler you ain‘t.


(Ich nutze jede Gelegenheit, mir beim Verreissen etwas Gutes zu geben.)


Als ich dann endlich alle möglichen Gefahren im Wachturm ausgeschaltet habe, renne ich in die Richtung des Hauptgebäudes, um dort mein Spitzenhöschen als Banner vor der Zitadelle zu hissen und mit meinem ruhmvollen Glanz den Sonnenschein zu unterstützen.

Wundervoll. Anstatt so etwas wie Spannung innerhalb des Kapitels oder für das nächste aufzubauen, bekommen wir ein Kapitel lang Erpelboys Awesomesauce ins Gesicht geklatscht. Es liest sich, als würde jemand in Assassin‘s Creed III ein Neues Spiel+ anfangen und das Tutorial für Anfänger mit einem völlig überpowertem Hauptcharakter durchlaufen, um sich ehrlich überrascht zu denken: „Oh, das lief ja doch ganz gut!“

Wenn weiterhin so wenig passiert, schreibe ich im nächsten Teil eine Spitefic, in der die bestrumpfhosten Nullnummern von Aufsehern nur Ablenkung sind und König Evil McSnevil einen meiner schlagkräftigeren Charaktere importiert hat, um solche Befreiungsaktionen zu unterbinden. Weil er ein großartiger Troll-Tyrann ist, der die Flachpfeifen von Stammtischrebellen für sein eigenes Amusement ausnutzt. Die arroganten Schlägereien von LowCarb und Erpelboy heben plötzlich mein Selbstbewusstsein, was das Schreiben von Kampfszenen angeht, und das ist wirklich nicht einfach.

Tags: fandom : original : 501-550, genre : mary sue/gary stu : 1001-1050, jaeger : pfuetzenpython, verrisse : 1651-1700
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