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Xayra, Part 6 oder: Dame, König, Ass, Vollpfosten

Der Titel: Xayra
Der Schreiber: lalalu22334
Das Genre: Keksausstecher Fantasy

Die Handlung: Rebellin Xayra hat hübsche Hinterbacken Augen, weswegen ihr Anonym-Prinz Drake hinterherdackelt. Der Plot weiß, dass er ihr designierter Penis ist, deswegen lässt sie ihn ihre sinnlosen Missionen noch mehr versauen als sie es alleine täte.
Die Charaktere: Der einzige Grund, warum Xayra eine noch lebende Spionin ist, ist dass ihre Tätigkeiten mit Spionage ungefähr soviel zu tun haben wie Putzerfische mit Teilchenbeschleunigern. Niemand weiß, wie und warum sie es mit dem wandelnden Vakuum mit Prinzentitel aushält. Angeblich ist irgendwo ein bösewichtiger Bösewicht.
Der Stil: Es ist lesbar, aber das rettet bei der Holzigkeit der Dialoge und den inneren Monologen Marke Polizeibericht mit OMG-Anmerkungen auch nichts mehr.

Part 1, in dem der Konflikt von Disneys Robin Hood aufgewärmt wird
Part 2, in dem zwischen den Protagonisten die Chemie aufkommt, wenn man darunter, uh, ‚Festkörperreaktionen‘ versteht
Part 3, in dem Erpelboy ganz dolle sauer auf Daddy ist
Part 4, der komplett ein Folgefehler von Part 2 ist
Part 5, in dem das Duo Desastre einfach nicht unter der Erde bleibt


Willkommen zurück, meine lieben Freunde der gepflegten Jagd,

die Pause über den Jahreswechsel war leider etwas länger als gedacht, aber nun bin ich wieder am Start und kann auf meinen Puffer an Kapiteln zugreifen. Das letzte Mal haben wir uns weiter mit der gar nicht mal so spannenden Spionagetätigkeit von LowCarb beschäftigt, die in Ermangelung von Hirn echten Pläne und/oder Ahnung von eben jenem Berufsfeld mehr so kriminelles Sightseeing in der Hauptstadt von Apfelbeerenland betreibt. Der Prinz, den sie sich dabei eingetreten hat, bescherte uns den, uh, spannendsten Cliffhanger. Alle herhören: Prinz Pimpboy ist in da house!

(Warnung vor einem bild- und eigenkonstruktionslastigen Teil voller Verzweiflung)




Kapitel 11: Xayra

„Ich habe die Schwerkraft bemerkt, seitdem ich sehr jung war.“
- Cameron Diaz



Die fünf Männer, die nach Haarlänge sortiert um einen Tisch verteilt im Büro stehen, starren uns zum Teil verwirrt und zum Teil wütend entgegen.

LowCarb überlegt, sich einfach zu verpissen, aber die Anziehungskraft ihres designierten Penises ist einfach größer als jeder Rest-Verstand.

Einer der Soldaten [...] reisst plötzlich überrascht die Augen auf. „Moment du... eh Sie sind doch..." bevor er zu Ende sprechen kann, packt Goldauge blitzschnell einen der mit schwarzem Leder bezogenen Konferenz-Stühle und schlägt ihn dem Mann gegen den Kopf.
„Ups." kommentier er gespielt geschockt den nun bewusstlosen Typ.



Ich hoffe, dass der Spitzname keine James Bond-Anspielung sein soll, sonst hau ich LowCarb nämlich den Satelliten um die Ohren. Die beiden geistigen Hilfszwerge sind nicht einmal 00Nix, die haben eher Schurken-Handlanger-Potential und sollten von tatsächlich ausgebildeten Apfelbeeren-Agenten noch vor dem Frühstück mit der Offhand umgebrezt werden.

Erpelboy legt sich direkt mit drei von den Kerlen an. Die andere Seite des Kissens wünschte sich, sie wäre so cool wie er. Weibchen LowCarb wird von hinten gepackt, um mit gewohnter Überheblichkeit die Vorlage für Selbstverteidigung 101 für Frauenzimmer zu kommentieren. Oh warte, wir haben ja schon einmal festgestellt, dass sie es mit Melee nicht so hat.

Etwas umständlich wegen dem festen Griff des Mannes, aber dennoch schnell ziehe ich meinen Dolch unter meinem allgegenwärtigen Umhang hervor. Überrascht von meiner plötzlichen Bewegung, die so unerwartet kam, weil er ja nur einen Eindringling festhält, so als ausgebildeter Soldat, und der Waffe in meiner Hand, lockert er einen kleinen Augenblick seinen Griff um mich.



Nur falls sich jemand fragt, was definitiv einfacher wäre als umständlich mit umklammerten Armen eine Waffe unter einem ebenso festgehaltenen, stoffreichen Umhang hervorzuziehen.
LowCarb rammt ihm also den obligatorischen Dolch in die Seite – nicht in die Kehle, Kniekehle, Solarplexus oder näher bestimmte Stelle zwischen die Rippen? - und ist dabei so awesome badass, dass das Schallplatten-Stop-Geräusch ertönt und alle – ja, alle - sie verwundert anstarren.


Plötzlich fängt mein selbsternannter Partner an wie der gestörte Vollpfosten, der er ist, laut los zu lachen. „Ihr habt euch eindeutig auf die falsche Person konzentriert. Sie ist die gefährliche von uns beiden." meint er amüsiert zu den drei anderen.

Body Count: II



Der Rest der Szene wünscht sich, er wäre eine Jackie Chan-Kampfszene, bei der die top ausgebildeten, super finanzierten Elitetruppen des Obermilitär-Tyrannen Evil McSnevil gegen unsere Sue natürlich abstinken, weil sie viel zu vorhersehbar und impulsiv und ungeschickt kämpfen. Gedrillte Berufssoldaten, yessir!

„Das hat spass gemacht." meint er, kaum ist der Kampf vorüber.
„Das war riskant." erwidere ich missbilligend.
„Mag sein, aber es hat sich trotzdem gelohnt. So haben mir immerhin ne Menge Zeit gespart.", sagte er und erhob seine Stimme über den Alarm, der in der gesamten Kaserne ertönte.

Nein, natürlich war dieses Büro total schallisoliert und niemand hat Kampfgeräusche mitbekommen und keiner der Stuntmen darf mehr als zwei Gehirnzellen haben, damit die Protagonisten nicht schlecht dastehen. Und ihr werdet lachen, durch einen aberwitzigen Zufall war es genau das Büro, was es sich zu durchsuchen lohnt!


Erpelboy findet ein kleines, zerknittertes Blatt mit dem königlichen Siegel darauf.
Leitet unverzüglich die zweite Phase meines Plans ein." lese ich laut vor, was jemand mit einer krakligen Schrift auf das Stück Papier gekritzelt hat. „Unterschrieben hat Gregory Beaufort, der König." fügt Goldauge noch hinzu.


Ja, ich würde meine königlichen Dekrete auch immer in total nichtssagenden Makros auf gammeligen Post-its notieren. Die Sekretärin beschwert sich zwar, dass das Siegel da nicht so gut drauf passt, aber die schweren Bütten mit hand-illuminiertem Briefkopf hebe ich mir lieber für wichtige Dinge wie mein geschäftliches Fahrtenbuch und spontane lyrische Ergüsse während der Yogastunde auf.

Wir haben tatsächlich noch zwei weitere offizielle Dokumente und dazu ein vom König unterschriebenes Notizblatt gefunden.
Nur leider sind die offiziellen Papiere beide gut als Kochrezepte für panierte Koschammerzungen verschlüsselt. Doch für Mitchell und seinen jüngeren Bruder, der so gerne die Rätselcomics in seinen Micky Maus-Heften liest, sollte das kein Problem darstellen.

Können wir nicht lieber über die beiden lesen? Mitchell könnte ein ehemaliger Agent von McSnevils Geheimdienst sein, ein Verschlüsselungsexperte und Dekodierer.

… *spielt Trailer-Musik ein*

“Ich habe immer gewusst, für wen ich arbeite.“ Mitchell ließ seinen Blick über die mit taktischen Karten behängte Wand des Unterschlupfs wandern, als sähe er dahinter Szenen marschierender Truppen des Tyrannen. „Ich kann mich nicht von der Schuld lossagen. Aber ich versuche alles, was mir möglich ist, um andere vor diesem Fehler zu bewahren.“

Aus armer Familie stammend wuchs er mit seinem jüngeren Bruder Taylor bei einer alleinerziehenden Witwe auf, die ihm den Schulbesuch ermöglichte. Dort als talentierter Jugendlicher entdeckt, erlangte er eines der wenigen Stipendiate für die Akademie des Geheimdienstes und wurde nach Eintritt in dessen Ränge von einer wichtigen politischen Figur persönlich gefördert. Dabei erlangte er nicht nur finanzielle Stabilität, sondern auch Anerkennung und die väterliche Freundschaft eines Mannes, der in der Bewertung seiner Zeitgenossen eigentlich als herz- und gefühlloser Taktiker gilt.

Das persönliche Erscheinen des Direktors der Analyseabteilung war ein Donnerschlag für das Büro. Es beherbergte zuviele Agenten, die frisch von der Akademie kamen, als dass sie die Ruhe angesichts der eisstarren Miene dieses Mannes bewahren konnten.
„Acer.“ Direktor Samson erhob kaum die Stimme, was im Grunde noch furchterregender war.
Die Agenten hatten Geschichten gehört, Berichte gelesen, Szenen beobachtet, in denen ihr Direktor in denselbem Tonfall über Leben und Tod entschied – in der Ferne wie Zuhause. Eilig wichen die jungen Agenten in seinem Weg zur Seite und suchten den Schutz ihrer Schreibtische, während er den Gang entlang schritt wie ein Marschall.
„Sir.“ In der hintersten Reihe entblößte ihr Zurücktreten einen jungen Mann, der mit hochroten Wangen neben seinen Tisch trat. Eine Hand lose auf die bearbeiteten Akten darauf gelegt, wich sein Blick von der Seite zurück in das Gesicht des Direktors und wieder fort davon.
„Ah, hier“, der Direktor stellte sich vor ihm auf, die stahlgrauen Augen unerbittlich auf den Agenten gerichtet. „Warum so schüchtern?“
„S...Sir?“
„Ich bin hergekommen“, erhob sein Chef wieder das Wort, ohne auf das Gemurmel des Jungen einzugehen, „um ein Exempel zu statuieren.“
„Sir, bitte ...“
„Mitchell Acer“ - alle Anwesenden starrten auf den jungen Agenten, der noch stärker errötete und den Blick senkte - „hat die Eingangsprüfung mit
beeindruckenden fünf Prozent abgelegt.
Fünf Prozent über dem bisherigen Rekord, natürlich.“
Der Zug um die Lippen des Direktors wurde etwas weicher, obwohl nur der errötete junge Mann vor ihm darauf achtete. Der Rest brach nach einem kurzen Moment der Stille in erleichterten Beifall aus.


Während der politischen Unruhen und im Krieg von McSnevil wurde er Teil eines geheimen Forschungsteams voller exzentrischer Genies, das auf einem abgelegenen Landsitz damit beauftragt war, Enigma die ausgefeilsten Kodierungen der gegnerischen Kräfte zu entschlüsseln und somit das Leben zahlreicher eigener Soldaten zu retten. In der Theorie zumindest. Es sind seine Ideale, denen Mitchell nicht entsagen kann. Als die Situation sich weiter zuspitzt und er sich eingestehen muss, vielleicht wirklich auf der falschen Seite zu stehen, steht sein jüngerer Bruder – ein noch größeres Naturtalent als er selbst, aber jung und beeinflussbar von der patriotischen Kriegspropaganda – kurz vor dem Eintritt in die Ränge des Geheimdienstes. Mitchell muss eine Entscheidung treffen.

Taylors leuchtende Augen verfolgten Mitchell bis in seine Träume. Seinen Bruder so glücklich zu sehen, hätte ihn zu einem stolzen Mann machen sollen, doch etwas daran bescherte ihm Gänsehaut.
„Sei unbesorgt“, sagte Taylor und hielt sich lachend Mitchells amtliche Siegelkette vor die Brust. „Ich bekomme bald meine eigene!“
Er hatte nicht das Herz, dem Jungen zu offenbaren, dass genau das ihm schweißgebadete Nächte bescherte. Die Lehrbeispiele, die Übungen, die ausgesuchten Fälle, aus denen die Schüler der Akademie Momente der Spannung und Heldenhaftigkeit der Feldagenten lockten – er hatte sie selbst allesamt bearbeitet, gelernt und war ihnen gefolgt. Über die anderen, die sich von Tag zu Tag in erdrückender Fülle auf seinem Schreibtisch einfanden, durfte er nicht sprechen. Nicht einmal mit Taylor, nicht einmal um … Wozu? Was war die Alternative?


An seinen Idealen festhaltend gibt er Geld, Sicherheit, Respekt und seine Vaterfigur auf und inszeniert sein Verschwinden als Überfall feindlicher Spione. Seine mittlerweile pflegebedürftige Mutter mit großer Reue zurücklassend verschwindet er mit seinem Bruder im Untergrund, wobei er wieder und wieder fliehen muss, sich aber nicht zum Landesverrat durchringen kann. Nach dieser Zeit der Paranoia, Reue und Todesängste gerät er an LowCarb Senior, der in ihm mehr als einen Fälscher erkennt und seine Ideale respektiert. Als Teil des aufstrebenden Widerstand-Netzwerkes, das sich unter der Terrorherrschaft von McSnevil unter anderem im Bildungsbürgertum ausbreitet, erfährt Mitchell wieder so etwas wie relative Sicherheit und Kameradschaft. Dankbar stellt er seine Talente in den Dienst des Widerstandes und kämpft verbissen für Veröffentlichung der Kriegsverbrechen und Ungerechtigkeiten in McSnevils Polit-Apparat, damit eines Tages vielleicht auch seine Freunde und vor allem seine Vaterfigur verstehen, warum er sie verraten hat, wofür er sich immer noch schuldig fühlt. Ebenso dafür, seine alte Mutter zurückgelassen zu haben, obwohl sie die Flucht nicht bewerkstelligt hätte.

Schluchzen. “Was habe ich getan?“
„Wir, Bruder“, behauptete Taylor und legte ihm den Arm um die Schultern.
Im Schutze der engen Kammer, die sie teilten wie in Kinderzeiten, und im Schein einer Talgkerze saßen sie beisammen, eigentlich noch immer über den Chiffren brütend. Tag und Nacht luden sie sich, besonders Mitchell, immer mehr Arbeit auf, um abgepasste Botschaften zu entschlüsseln und neue Codes zu entwerfen, die im Zweifelsfall ganze Teams des Geheimdienstes kurzerhand bearbeiten würden. Eine Sisyphos-Arbeit, bei der die Früchte mager waren und der Preis hoch, zu hoch im Grunde. Mitchells Haar war grau durchzogen wie von vielen Jahren, seine Augen geschwollen vom schlechten Licht und Momenten wie diesen.
„Nein, Taylor“, rang sich Mitchell Worte ab. „Es war mein Entschluss. Du warst so jung, Du hättest … hättest ...“
„Du kanntest die Wahrheit“, entgegnete ihm sein Bruder, mit dem Feuer wilder Überzeugung in der Stimme. „Mutter wäre stolz auf uns.“
Und doch erkannte Mitchell in ihm dasselbe jugendliche Feuer, mit dem Taylor dereinst die Ränge des Geheimdienstes hatte erklimmen wollen.


Außerdem hat er immer noch seinen jüngeren Bruder im Auge, der sich nun wiederum von der Begeisterung der Rebellion prägen lässt und beginnt, einige der in Mitchells Augen fragwürdigeren ‚Actionhelden‘ des Widerstandes zu verehren (oh, wer könnte damit nur gemeint sein).

… Merkt man eigentlich, wie sehr mich LowCarbs Bullshit Geschichte mittlerweile anödet?





Oh well. Zurück zum Text.
Unsere zwei Actionfiguren verziehen sich ohne nähere Beschreibung vom Stützpunkt und LowCarb bekommt endlich ihren Seelenfrieden ob Erpelboys Vornamen.


„Drake." antwortet er schliesslich und mustert mich einen Moment lang forschend.
Irgendetwas weckt dieser Name in mir, aber ich weiss beim besten Willen nicht was.

LowCarb: „Meine Vagina Spinnensinne regen sich … na ja, egal! Willst Du bei unserer coolen Rebellion mitmachen?“
Erpelboy: „Wenn ich Dir dabei auf den Arsch gucken kann, klar.“
LowCarb: „Morgen Abend stelle ich Dich den Bossen vor. Du weißt ja, wo mein Haus wohnt und mein Bett schläft.“
Erpelboy: „Kthxbye.“




Zuhause berichtet sie LowCarb Senior und seinem Harem Stab, und die Herren der Schöpfung setzen sich an die geistige Arbeit, zu der LowCarb offensichtlich … keine große Neigung hat. Quelle surprise. Stattdessen muss sie rechargen und will sich ans Stromnetz stecken wie ein guter Plot Bot, als Helen of Troy ihr nachrennt und auf den Helferposten anspricht, auf den er sich ja auch mal beworben hatte.

„Ich hab mir von ihm nicht helfen lassen. Er hat mir seine Hilfe fast schon aufgezwungen." berichtige ich Troys indirekte Unterstellung, dass ich nur seine Hilfe nicht annehmen will. “Das ist auch nicht peinlich, wenn man sich als Sicherheitslücke mit dem Intellekt und der Durchsetzungkraft einer Bratwurst offenbart. So als starke Frauenfigur und Meisterspionin.“
„Wieso? Wieso will er dir helfen? Wieso hast du dich anscheinend so wenig dagegen gewehrt? Du kennst ihn nicht und er kennt dich nicht."
“Er ist halt smexier als Du.“



Tja, sieht schon ganz schön blöd aus, eh? Und was ist LowCarbs epische Rechtfertigung?

„Ich weiss nicht... manchmal muss man wohl einfach ein bisschen Vertrauen haben."

einfach ein bisschen Vertrauen




Dieses Kapitel ist mir zum Schreiben irgendwie ziemlich schwer gefallen und ich bin auch nicht ganz überzeugt davon.

Überraschung: Ich auch nicht. Aber das gilt auch für die zehn Kapitel davor.


Kapitel 12: Drake

"Ich würde eher Crack rauchen, als Käse aus der Dose zu essen."
– Gwyneth Paltrow



Zurück zu Erpelboy, der gerade eine überfällige Standpauke von seinem Bruder kriegt.

Wieso muss er mich immer und immer wieder für meine Lebensart kritisieren?

Oh, worum geht es? Seine Street Fashion, die Party-Pannen mit kichernden C-Promis im Arm oder die aufdringlichen Missionierungsversuche zu Veganismus?
Uhm, nein.


„Jedes Mal, wenn es der werte Prinz Drake nicht für nötig hält seine Aufgaben zu erfüllen, lässt das Vater in einem schlechten Licht dastehen. Er ist… so angekotzt von Dir, dass er schon laut überlegt, Dich in einem Jagdunfall zu verschrotten. Denk an Mutter! Ich möchte Dich nicht auch noch verlieren, Bruderherz. Du könntest unter dem Radar bleiben, während ich ihm den braven Kronprinz gebe, sodass Du … Bruder? Hörst Du mir zu?"



Erpelboy ist genau einen Schritt davon entfernt, sich die Finger in die Ohren zu stopfen und laut „lalala“ zu singen und verpisst sich. Ich frage mich derweil, ob ich verzweifelt genug bin, auch einen Plot für den Kronprinzen zu entwerfen. Alles wäre besser als das hier.

Wie immer nehme ich den Bedienstetenausgang (called it!) und wie immer scheint es niemand zu bemerken. Dienstboten haben wir nämlich nur drei, den Wachhauptmann Stefan, der donnerstags und samstags auch den Müll rausbringt, König McSnevils Sekretär Karsten und die eierlegende Wollmilchdienstmagdköchinzofe Martha „Nockchan“ Fitzherbert. Es macht mir nicht einmal spass mich hierbei selbst zu loben, denn die Wachen, die mich eigentlich beschützen sollen, lassen sich viel zu einfach abhängen. Mittlerweile könnte man das Gefühl bekommen, dass sie absichtlich ihren Wachantritt vergessen und stattdessen in der Kaserne ihre geheime Gehaltserhöhung vom König verpokern. Man kann nicht auf etwas stolz sein, was jedes Kleinkind ohne Probleme hinbekommen würde.



Es gibt noch einen kleinen Encounter mit einer Stadtwache, die ihn fragt, was der Herr Vornehm-Angezogen denn im Slum zu suchen hat.

„Okay... also ich weiss, dass ich gut aussehe und es schmeichelt mir, dass du das auch denkst, aber ich stehe eher so auf Frauen. Von dem her…"

Der Wachmann verzieht nicht einmal die Miene.
„Sie verzeihen, wenn ich später lache“, erwidert er in der monotonen Modulation, die erfahrenen Straßenwachen und öffentlichen Sekretären nach einer Weile Berufserfahrung oft zu eigen ist. „Momentan verrichte ich meinen Dienst und da kann ich keine Ausnahmen für Spaßvögel machen. Also, Name und Begehr?“
Offensichtlich hat er keine Ahnung, mit wem er spricht.
„Also wirklich“, sage ich in meiner besten gönnerhaften Stimme. „Sie müssen nicht den strengen Offizier heraushängen lassen, um mich ausfindig zu machen. Nicht dass ich etwas gegen Schwule habe, nein, aber wie ich bereits sagte, bin ich dem zarten Geschlecht zugetan und -“
Diesmal bekomme ich mehr Reaktion, aber es sind lediglich hochgezogene Augenbrauen. Der Wachmann legt locker die Hand an seinen Gürtel, an dem ein Knüppel hängt, als sollte mir das Angst machen. Mit der freien Hand zieht er einen Notizblock aus dem Uniformrock.
„Es kam vermehrt zu Übergriffen auf die Einwohner dieser Gegend“, leiert er herunter. „Berichten zufolge von den … privilegierteren Söhnen unserer Stadt.“
Die verzogene Oberschicht ist halt zum Kotzen, kein Wunder, dass ich nie mit denen abhänge.
„Ich kann Ihnen versichern, meine Übergriffe waren stets sehr einfühlsam“, ich wackele anzüglich mit den Augenbrauen, „und wurden von den betroffenen Damen äußerst wohlwollend aufgenommen.“
„Sicher.“ Keine Spur von Humor. „Dann haben Sie ja kein Problem damit, Ihren Namen und Ihr Begehr in diesem Viertel anzugeben.“
Verflixt, der Kerl klingt wie ein kaputtes Grammophon und allmählich langweilt er mich.
„Schicken Sie das nächste Mal eine süße Kollegin.“ Ich zwinkere ihm zu und halte grüßend zwei Finger an eine imaginäre Hutkrempe. „Nichts für ungut, aber ich muss los.“
Die etwas behäbige Erscheinung des Mannes täuscht offenbar, denn ich werde noch in der Drehung am Arm gepackt. Der Kerl hält es tatsächlich für richtig, mich aufzuhalten, mich! Drake Beaufort! Gut, das weiß er natürlich nicht, aber trotzdem!
„Ihr Name“, artikuliert der Mann nun sehr deutlich als spräche er mit einem Kleinkind. „Und ihr Begehr.“
„Man nennt mich Sexmachine.“ Ich verdrehe die Augen. Die Sprüche gehen mir zwar nicht so schnell aus, aber sie sind eigentlich nicht für idiotische Wachen bestimmt. „Und mein Begehr sind heiße Weiber, kapiert?“
„Nichts für ungut“, wiederholt der Wachmann meine Worte, ohne seinen Griff zu lockern. Stattdessen steckt er seinen Block weg und zieht tatsächlich seinen Knüppel. Als ob mich, den großen Drake Beaufort, das aufhalten würde! „Ich erfülle nur die Anordnungen Seiner Majestät. Wenn Sie mich zur Station begleiten, kriegen Sie gleich ein größeres Publikum für Ihre Späße.“



… *tiefes Seufzen*
Na schön. Es gibt ein paar Homo-Witze, ein höhnisches „
Liebe ist Liebe!“ und mehr Wachen-Gebashe. Was für ein Spaß.

Kurz bevor ich endlich das Haus meines Sonnenscheins erreicht habe, begegne ich schon wieder einem Wachmann.
Wollen die mich veräppeln?
[...]
„Was haben Sie vor, hier im Salix-Viertel zu machen?" fragt er und zieht ein paar Papiere und einen Stift aus seiner Tasche.
„Meinen Job." erwidere ich knapp.
„Und was wäre das?" will er wissen.
„Ist das dein ernst?" frage ich ungläubig.



“Nein, nur ein Spaß. Natürlich haben Sie sich Mühe gegeben, wie der stereotypste Pimp auszusehen, damit man Ihnen das von der Stirn ablesen kann. Sie können zum Straßenstrich weitergehen.“

„Mein Name ist Drake Beaufort und ich bin ebenfalls im Namen des Königs hier, um meine Pflichten als Prinz von Aronia zu erfüllen!" verkünde ich gespielt wütend.

Ernsthaft? Jetzt kommt es Dir plötzlich gelegen? Du bist im Namen von Scheißhausdreck hier, um Deine Pflichten als Vollarsch zu erfüllen, Du kackendreistes Amöbenhirn! Er hat außerdem die Eier, der Wache vorzuwerfen, ihn nicht zu erkennen. Willst Du vielleicht wenigstens Passphotos verteilen, wenn Du schon nie auftrittst und Deinen eigenen Gardisten nicht vor die Augen trittst, Dumpfbacke?

Als ich den vierten Wachmann sehe, bin ich kurz davor ihn einfach niederzuschlagen.
Was zur Hölle ist denn heute los?
Hat mein Vater nun auch noch den Rest Verstand verloren?



DU WEISST SEHR GUT, DASS HIER REBELLEN UNTERWEGS SIND, DU GEHIRNAMPUTIERTER KLAPPSPATEN VOR DEM HERRN, UND DEIN DADDY HAT ZUFÄLLIG EINE DEZENT UNRUHIGE BEVÖLKERUNG SO ALS UNGELIEBTER MILITÄRDESPOT UND DICH BRATZIGE ENTSCHULDIGUNG VON EINEM ZELLHAUFEN SOLLTEN DIE LEUTE HIER DIREKT MITLYNCHEN SOBALD SIE DICH AUF DER STRASSE SEHEN UND WENN DU EINIGE VON IHNEN AUS SPASS AN DEINEM ELENDEN GEWICHSE ÜBER DICH SELBST NOCH UMBOXT SOLLTEN SIE DICH ERST RECHT GRÜNDLICH AN EINEM RICHTBAUM AUFHÄNGEN UND DARUNTER EIN FEST FEIERN HERRGOTTNOCHEINS


Body Count: II + Python





*respawnt* Okay, okay. Fein. Bin wieder da.

Erpelboy klopft bei LowCarb. LowCarb ist smexy, Erpelboy wichst sich einen, und dann noch einen über sich selbst. LowCarb Senior ist noch nicht da, aber ein paar Statisten.


Bevor ich überhaupt den Mund aufmachen kann, um die zwei Neuankömmlinge zu begrüssen, kommt [Troy] blitzschnell auf mich zu gelaufen.
Überrascht von seiner plötzlichen und unerwarteten Bewegung, reagiere ich viel zu langsam, weil ich angesichts der Sue des Arsches der Sue zu einem sabbernden Primärgeschlechtsorgan verkomme. Er reisst sich seinen Schal vom Hals und schlingt in um den meinen. Von hinten *kicher* zieht er in gerade mal so fest an, dass ich zwar noch atmen kann, aber dies nur mit grosser Mühe.



Unser aller Held, Ladies und Gentleschlangen! Wuhu!

„Wie konntest du nicht merken, wer das hier ist?" will der Braunhaarige wissen. „Oder besser gesagt, wie konntet ihr alle drei nicht wissen, dass Drake Beaufort direkt vor eurer Nase steht?" korrigiert der Alte sich, als er die zwei rothaarigen Männer im Hintergrund erblickt.

Das ist eine verdammt gute Frage! Ich beantworte sie Dir gerne in einfachen Wörtern mit wenig Silben: Sie lutschen in ihrem Job!

LowCarb verteidigt sich damit, dass ihr Erpelboy doch geholfen habe und sie ja gar nicht verpfiffen haben kann, weil sonst direkt die Bullen vor ihrer Tür gestanden hätten.


„Er muss eine Art Spion für seinen Vater sein. Er hat bestimmt die ganze Zeit über beim König berichtet, wie er mit Dir mit dem Stadttourbus gefahren ist, damit der ihm die Reisekosten erstattet." meint Blondi abwertend, total unverständlich, immerhin war ich cool und er nur ein Statist. Da kann man schonmal beleidigt sein.

Anstatt ihn auf der Stelle zu lynchen, knasten sie Erpelboy erst einmal ein. Na gut, ich gebe ihnen diesen taktischen Punkt.

Troy und Mitchell schleppen mich eine Treppe runter in den Keller, bis wir vor einer Art Mini-Kerker stehen.
Im Ernst? Sie haben einen Kerker im Keller?

Du hast natürlich keinen Kerker im Keller, Prinz von Apfelbeerenland, der im Schloss des Tyrannen wohnt? Der übliche Komfortstandard wird hier allerdings überraschenderweise nicht aufrecht erhalten, was Innenausstatter aus Leidenschaft Erpelboy Wittler sehr an die Substanz geht.
Verdammte scheisse, wo hab ich mich da nur wieder reingeritten?

Leider nicht in annähernd das, was Du verdient hast.


Was denkt ihr passiert als nächstes?

LowCarb verliert ihre Glaubwürdigkeit und kriegt den Arsch voll, weil Daddy erkennt, dass sie mit ihrem feuchten Höschen zu nichts zu gebrauchen ist. Erpelboy wird als Pfand eingesetzt, um mit König Evil McSnevil zu verhandeln, der ihn kurzerhand absägt. Im Gegenzug für die abgetrennten Köpfe der Unterhändler richten die Rebellen den Prinzen öffentlich hin und entfachen damit eine offene Rebellion in den Slums – gleichzeitig das Beste, was Erpelboy je für die Rebellen hätte tun können.

Hofft mit mir zusammen bis zum nächsten Kapitel! Hoffentlich kann ich mich da ein bisschen mehr zügeln, was meine Einschübe angeht, aber diese Kapitel waren wohl einfach zuviel für mein armes Schlangenherz.

(Ich sollte an dieser Stelle doch eine lange Pause machen, nur damit Erpelboy möglichst lange schmort. Oooh, die Schadenfreude!)

Tags: fandom : original : 501-550, genre : mary sue/gary stu : 1001-1050, jaeger : pfuetzenpython, verrisse : 1651-1700
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