Quills in my Hair (quillsinmyhair) wrote in verreiss_mich,
Quills in my Hair
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Königlich, oder Heilkräuter IN EINEM BACH!

Titel der Geschichte: Königlich
Genre: Historisch à la Wattpad, also in anderen Worten Märchenblödsinn
Name des Verbrechers Autors: marleen88

Der langweilige Plot: Klischierte Geschichte davon, wie sich eine ach-so-arme Ische einen Prinzen anlacht.
Die Antiqualität der Charaktere: Lehne ist eine feuchte beige Serviette, an der Neander seinen goldenen Piephahn reiben kann. Das ist leider auch das einzige, was an ihm golden ist, der Rest ist genauso beige, aber seinen Piephahn reiben kann er echt gut. Alle Mütter sind böse. Lehne und Neander sind fürchterlich verwöhne 21.-Jahrhundert-Kinder.
Entnervende Macken im Stil: Es gibt zwar Perspektivenwechsel, aber alles ist aus der Ich-Perspektive. Wann und wo das Ganze spielt, wird nicht mal im Ansatz klar. Unverständnis von Monarchien wird exzessiv demonstriert.




Frohes neues Jahr, alle zusammen! Ich hatte die Nase voll von Herzenskämpfer und wollte etwas verreißen, was sich fast selber verreißt. Los geht es mit der Kurzbeschreibung:


Ihre Familie teilt sich auf, einige spielen Scrabble, andere Monopoly, der Winter ist hart, oft ist es eiskalt, ihre Mutter hasst sie und Personen sterben. Irgendwelche halt, so prinzipiell.
Dass ist das harte Leben von Selena,
Ein ausgesprochen glückbringender Name auf diesem LJ ♥
während ihre große Liebe, der Prinz, in den sie sich verliebt hat, als sie stundenlang auf sein Antlitz auf der einzigen Kupfermünze gestarrt hat, die ihre Familie je besessen hat, es viel einfacher hat.
Sein Leben verbrachte er immer im warmen, er machte Ausritte im Warmen, jagte im Warmen und ging auf diplomatische Reisen im Warmen, seine Eltern 'unterstützten' ihn *wink wink* *nudge nudge*, ihr wisst schon, „unterstützen“, in Anführungszeichen, lol, es gab immer Essen, sodass er einfach den ganzen Tag an der Tafel sitzen konnte, daher nie das Schloss verlassen musste und also immer im Warmen war, und er konnte machen was er wollte.
Hach ja, exzellentes Verständnis von Monarchie mal wieder...
Diese beiden vollkommen verschiedenen Schichten
Hmm, ich hab sie jetzt für Charaktere und nicht Schichten gehalten. Mein Fehler.
treffen mit einem lauten Knall aufeinander und bald schon gibt es mehr Stress als jemals zuvor, weil das Königreich jetzt keinen Thronfolger mehr hat, dessen Überreste noch Wochen danach von den Wänden geschabt werden müssen.
Es werden Verhandlungen vollzogen. Wieder so prinzipiell. Passiert halt.
Ob das alles ein gutes Ende nimmt, erfährst du in _Königlich_ .
Irrtum, das weiß ich auch so. Ich lese die Geschichte nur, um mich darüber zu amüsieren.


Es geht sehr überraschend weiter mit einem Prolog.



"Finde eine, und zwar schnell." Seine Mutter fächelte sich Luft zu. "Ein unverheirateter Sohn, schrecklich! Cousine Collins wird alles erben und wenn du nicht heiratest, sitzt du dann auf der Straße und bist mittellos!"

Als Reaktion auf die (in diesem Universum offenbar berechtigte) Sorge seiner Mutter schaut Prinz Neander schmollend aus dem Fenster und will weglaufen. Neanders älterer Bruder Brian ist offenbar mit einer Frau durchgebrannt und hat sein Erbe an Neander abgetreten, der Text ist da nicht ganz klar. Aber Neander tobt, dass er nicht heiraten WILL WILL WILL und unterbricht das Geplapper seiner Mutter. Offenbar führen sie dieses Gespräch ständig, aber er unterbricht sie jedes Mal mit Geschichten von der Jagd und dieses Mal verbietet sie ihm, das zu tun. Also macht er ihr einen Vorschlag:

"Ich suche mir jemanden. Aber es darf jede beliebige sein." Schnell fügte er hinzu. "Auch eine aus der Unterschicht."

Er gibt narrativ zu, dass er das nur sagt, um seine Mutter zu ärgern.

Natürlich wollte er keine aus der letzten, dreckigen Schicht. Die von Distrikt 12, den Fraktionslosen und Kaste 8 waren nämlich echt eklig! ...moderne dystopische Romane über glitzernde Mädchen waren doch nicht nur historisch, sondern auch historisch korrekt, oder?

Seine Mutter ist verständlicherweise entgeistert, er sagt, dass er dann halt keine nimmt, nur wieder um sie zu ärgern, schneidet ihr das Wort ab und will gehen, als sie sich doch noch umentscheidet und erklärt, warum so essentiell ist, dass Sohnemann heiratet, dabei jedoch mehr Fragen zurücklässt als beantwortet.


"Na schön, doch dein Thronerbe, den du außerehelich gezeugt hast, verlangt nach Geld. Spätestens wenn du auf dem Thorn sitzt,

gibt es Krieg.
o.O Waaaaaas ist mit diesem Typen los, dass er durch sein bloßes Sitzen auf dem Thron einen Krieg vom Zaun bricht?
Wir brauchen neues Gold und eine reiche Ehefrau würde das ja scheißen." Er drehte sich zu ihr um und verbeugte sich. "Jawohl Herrin."

Hach ja, die klassische Anrede eines Prinzen an seine Mutter. Neander schmollt weiter und geht schmollend reiten und beweint sein schreckliches Schicksal, jetzt tatsächlich eine Frau finden zu müssen, und zwar offenbar sofort. Das war auch schon der Prolog.


1.
Selena:


"Kindchen, geh die wichtigen Heilkräuter holen. Du weißt schon. Die wichtigen."

So die Worte von Selenas Oma, die sie auch sofort mit ausgiebigem Marinieren im eigenen Jammersaft quittiert, weil die Heilkräuter nämlich noch gepflückt werden müssen (mitten im Winter), und es ist kaaaaalt draußen und für die Heilkräuter muss sie in Flüsse fassen. Ooookay. Sie legt ihren kleinen Bruder Dorian in eines der Fellbetten und ihre Oma treibt sie aus dem kleinen 'Krankenzimmer' heraus an. Also, diese extrem arme, frierende Familie hat mehrere Fellbetten und ein Krankenzimmer. Is‘ klar.

Mutter war krank und musste von Großmutter geheilt werden, indem sie ihre Hände über Mutters Körper hielt und Kleine Heilung wirkte, was 50 Manapunkte kostete.

Lehne geht also jammernd raus (Nur über ihr eigenes Schicksal, nicht darüber, dass ihre Mutter offenbar im Sterben liegt), sammelt auf dem Weg zum Bach ein paar Heilkräuter und steigt dann tatsächlich in diesen, weil es dort das beste Heilkraut gibt. Jemand lacht sie aus. Jemand.

Ich drehte mich nicht um, für dumme Bauernjungen hatte ich keine Kraft. Ich war so arm, das konnte man sich kaum vorstellen. Schnell fasste ich das Kraut und riss meine gefrorene Hand hoch. "Ha ha!" Dann begann ich ein Lied darüber zu singen, was ich im Leben wollte, während ein niedlicher, lustiger Tier-Sidekick um mich herum tanzte. Animiert war ich von Glen Keane.

SURPRISE, der Lachende ist der Prinz, weil LEL guck dir mal die an die ist arm. Lehne erkennt ihn sofort und fängt an „S-s-sie“ zu stammeln.


"Ja meine Teuerste, ich."



Er fragt sie herablassend, ob sie Hilfe braucht, sie knickst (im Bach), er fragt, ob sie friert, sie jammert, weil ihr Zittern sie verrät. Er gibt ihr seinen königlichen Mantel, den sie erschrocken ablehnt.

"Das ist aber nicht nett, ich biete Ihnen meinen Mantel an und Sie sagen nein?"
Uhm, wie wär‘s mit fick dich?

Sie nimmt den Mantel natürlich nicht nur, sondern entschuldigt sich auch noch, denn wie kann sie es nur wagen, Nein zu ihm zu sagen, und dann noch dazu, etwas vermutlich wirklich Kostbares von ihm anzunehmen, eventuell in seiner Schuld zu stehen, und Fragen darüber beantworten zu müssen, woher sie das hat?


[Der Mantel] war schwer, aber warm von ihm, und wie er roch. Brathähnchen, Vanilleeis mit heißen Himbeeren, Jauche, fermentierter Fisch, eine Spur nasser Hund. Mein Bauch spielte verrückt und ich kotzte ein bisschen auf den Mantel.
Seine Hand hob mein Kinn und dann liefen sie zusammen weg. Wir schauten ihnen bedröppelt hinterher.

Er lässt sie versprechen, ihn morgen wieder an der gleichen Stelle zu treffen und ihm den Mantel zurückzugeben. Uhum. Sie sagt putzig stammelnd zu.


"Gut, dann bis morgen zur Mittagszeit. Und ziehen Sie sich wärmer an. Und wenn Sie Hunger, aber kein Brot haben, essen Sie doch Kuchen, LOOOOOOOL!" Er grinste verschmitzt.

Er lacht auch noch blöd, als er wieder wegreitet, Lehne geht heim, das Kapitel endet.
Im nächsten ist Neander murrig, weil er Lehne so qail findet und gar nicht will. Als er heimkommt, will er in sein Zimmer.


[D]a kam meine Mutter um die Ecke. Die eine Ecke in unserem ansonsten völlig runden Schloss.
"Sohn, Prinz Leander, du da, huhu, Bub, Junge, Sportsfreund!" Rief sie. Jetzt musste ich stehen bleiben und mit Stachelschweinen jonglieren.

Er will sie schon wieder abwimmeln, sie will wissen, wo er war.

Sie hatte ein anderes Kleid an. Dieses war in einem dunklen Blau gehalten. Es erinnerte an die Nacht. Doch es sah scheußlich an ihr aus. Es machte ihre Haut käsig. Sie war einfach ein Herbsttyp, da passte das laut Cosmopolitan nicht!

Sie fragt, wo sein Mantel ist.


"Eine junge Dame hat ihn, damit sie nicht erfriert. Morgen gibt sie ihn mir zurück, dann erfriert sie."

Mama ist entzückt, dass er eine junge Dame getroffen hat, aber er wimmelt sie nun endgültig ab. Szenenwechsel zu Lehne, die von ihrer Oma aufgeregt gefragt wird, woher sie den Mantel hat.

"Großmutter! Das ist meiner! Der Prinz hat ihn mir geliehen. Morgen bekommt er ihn zurück."
„Ja! Nein! Vielleicht! In einem Bach!“
Ich drückte ihr die Kräuter in die Arme und griff mir Dorian. "Ich gehe mit ihm zusammen schlafen." Dann legte ich Dorian zurück in das Fellbett, aus dem ich ihn gerade gerissen hatte, und legte mich selbst dazu.
Vater trat gerade ein als ich ging. "Tiere sind fertig. Alle fertig geschnitzt, geschmirgelt und bemalt. Ich hab heute wieder ganze Arbeit in der Tierfabrik geleistet. Wie sieht's mit Essen aus?!" Motzte er herum. Wie konnte er es nur wagen, offenbar den ganzen Tag zu arbeiten und dann auch noch zu verlangen, dass wir daheim eine Mahlzeit für ihn zubereiteten?! Was glaubte er, wer er war, so mit mir zu reden und solche Ansprüche an mich zu stellen?! Hab ich schon erwähnt, wie süß der Prinz dabei war, mich für meinen Mangel an warmer Kleidung auszulachen?

Das Essen ist auf dem Tisch, Bene (wer auch immer das ist), ist weg und wir kriegen noch zweimal gesagt, dass Lehne jetzt mit Dorian schlafen geht, so mitten am Tag. Dorian soll natürlich ein Baby oder Kleinkind sein, ich finde es aber viel lustiger, mir vorzustellen, dass er ein er erwachsener Mann ist, den Lehne nur so behandelt wie ein Baby, weil die ganze Zeit erwähnt wird, wie niedlich er rülpst und eigentlich macht er außer rülpsen, schreien und schlafen nicht viel. Case in point:

Zum Schluss küsste ich seine Stirn und schlief mit seinem leisen Röcheln ein.

Dorian schrie, so laut das Bene neben mir wach wurde.
Wer ist Bene und warum teilt der sich mit dir und Dorian ein Bett? Gibt es hier nicht so etwas wie einen Tagesrhythmus? Wieso sind hier ständig beliebige Leute wach und schlafend?

Also zerrt sie sowohl Bene als auch Dorian in die Küche, die in dieser ärmlichen, ärmlichen Unterkunft ein eigener Raum ist. Offenbar ist die Mutter komplett geheilt, denn sie, die Oma und Lehnes ältere Schwester Lilia
backten Brot und zerhackten Kräuter und auch Lehne selbst wird sofort aufgetragen, dabei mitzumachen. Weil man zum Backen eines Brotlaibs und zum Hacken einer handvoll Kräuter sicher vier Leute braucht.

"Würde ich, aber ich kümmere mich lieber um die Jungs." Ich lächelte und strich Dorian eine Träne von der Wange.

Ein Laib Brot ist schon fertig, trotzdem müssen drei Leute neues Brot machen.

"Danke, und Mutter, du musst Dorian wieder die Brust geben, die Milch, die wir armen, armen, verhungernden, frierenden Leute dem Baby geben, obwohl Muttermilch verfügbar ist, wird gebraucht. Hab ich grad so bestimmt."

Lehne weist Bene, der übrigens neun ist, an, wie man das Brot aufnimmt, etwas davon abreißt, es isst, und dann zurück zu ihr geht, während sie irgendwelche Krüge mit Wasser befüllt (wohl aus dem Wasserhahn, denn sie verlässt nicht mal den Raum, geschweige denn das Haus). Bene gibt ihr Brot, sie gibt ihm Wasser. Das alles wird extrem ausführlich beschrieben.

Er konnte Vater schon etwas helfen. War er nicht ein starkes, bewundernswertes 21.-Jahrhundert-Kind, wie er vor dieser historischen Kulisse herumhüpfte? Was Vater gleich ausnutzte. Der kleine hatte schon viele Narben vom harten arbeiten, beispielsweise davon, wenn beim Kneten des Brotteigs seine zarte Haut aufriss, er sich beim Ausmisten der Tiere die Arme auskugelte oder das Brennholz beim Tragen tiefe Wunden schlug. Nicht alle von denen konnte man sehen, viele davon waren innere Narben.
Noin, der arme Junge, der das gleiche machen muss wie jedes Kind früher und mit neun schon etwas mit anpacken muss :‘(



Bene hat auch gleich eine halbe Panikattacke und fragt Lehne hysterisch, ob er heute auch wieder arbeiten muss. Einstweilen kommuniziert Lehnes Mutter, dass sie ihr Dorian endlich abnehmen soll. Das macht sie übrigens nonverbal, wie alles andere, denn sie verständigt sich nur durch Deuten, Nicken, Seufzen, Antippen, Stöhnen und sehr selten indirekte Rede.

Schnell lief ich zu Mutter und wollte Dorian nehmen, da legte sie ihn einfach an die Seite und machte weiter das Brot.
Oh mein Buddha, das sind wahrlich die lieblosesten Eltern, die je gelieblost haben :‘( Sie redete mit Lilia und Großmutter, doch ich und das Baby, waren ihr egal und bei Bene hab ich ja schon beschrieben, warum er pfoll arm ist. Wir waren eine Schande weil wir einen
roten Schimmer in den Haaren hatte.
*Pterodactylkreischen* Das ist genauso ein falsches Klischee wie die Arschschleifen DX Eine arme Familie wird nicht zwei Kinder, also zwei (potentielle) Arbeitskräfte und Altersvorsorger verstoßen, nur weil die eine Haarfarbe haben, die damals von einigen schief angeschaut worden ist. Je nachdem, wann genau „damals“ ist, war es eh kein Thema mehr, weil Hexerei seit Mitte des 18. Jahrhunderts in fast ganz Europa nicht mehr als Verbrechen galt und rote Haare dann halt nur noch unattraktiv waren. Du verstößt dein Kind nicht wegen der Haarfarbenversion von Akne. Und falls wir in einer Gegend sind, in der Rothaarige häufiger sind, wie Großbritannien oder Irland, ist es gleich doppelt hinfällig.

Lehne greift sich also Dorian und Bene und nimmt beide mit zum Zurückgeben des Mantels, denn das wird sicher keinen stören, wenn zwei Paar Hände im Haushalt plötzlich fehlen. Und Dorian… „Oh em geh, meine total widerlich abartig vernachlässigende Mutter legt das Baby nach dem Stillen einfach neben sich, wie kann diese missbräuchliche Sau es nur wagen?! *schleift das Kind in die Kälte*“ Aber natürlich wickelt sie beide Brüder in mehrere Felle, die in diesem armen, armen Haushalt offenbar überall rumliegen.


Ich zog mir ein paar Stoffe über, einige Rollen Tüll, Segeltuch und lustige gepunktete Popeline, und ein dünnes Fell. Das musste reichen. Sonst sah ich nicht armselig genug aus.

Damit endet das zweite Kapitel und das dritte beginnt, und zwar damit, dass es kaaalt ist, was aber nur Lehne betrifft, weil die beiden Jungs ja so viele Felle tragen. Bene kindert klischiert herum, Dorian pennt schon wieder.


Wie ich diese Jungen liebte. Und Mutter verabscheute ich. Dachte, ich sag‘s mal. Wie sie mit mir umging war für mich nicht schlimm ich kannte das, doch was sie Dorian antat fand ich wiederlich. Stillen und dann nicht den ganzen Tag im Arm tragen, sondern auf die Seite legen – abartig, sowas! Wenn ich nicht wäre würde sie ihn sterben lassen.
Uhm, Schatz. Wenn sie ihn sterben lassen wollen würde, hätte sie ihn im Wald ausgesetzt und würde ihn nicht stillen, geschweige denn ihm auch noch die wertvolle Ziegenmilch geben.
Vorsichtig streichte ich über seine weiche Wange. So ein kleiner zerbrechlicher Körper.
Was sage ich :D? Viel lustiger, wenn man sich den als dreißigjährigen Neckbeard vorstellt.

Sie mimimit darüber, wie qail sie den Prinzen findet.


Er war der Prinz, ich ein unbedeutendes Unterschicht Mädchen mit leicht rötlichen Hexenhaaren. Daran, dass das ein weiterer Arm-dran-Faktor war, hat die Autorin im ersten Kapitel noch nicht gedacht, darum war das da noch kein Thema. Aufeinmal kam ich mir äußerst dämlich vor. Er würde nicht kommen. Ein Mantel hin oder her. Es interessierte ihn nicht weiter.
Das hast du aber toll abgeschrieben, Autorin. Fein gemacht.

Also suchen sie und Bene stattdessen Heilkräuter, weil der Konsum von Heilkräutern und Broten in ihrer Familie offenbar extrem hoch ist. Damit sind wir bei Neander, der irgendwohin rennt und dabei von einem Diener aufgehalten wird.


"Ihre Majestät will Sie sprechen."
Genervt sah ich auf. "Wer, Mutter oder Vater in Drag."
Ihre Majestät, Neander. War nicht so schwer.

Diesmal erpresst die Mutter Neander bezüglich zuhören damit, dass sie droht, ansonsten sein Pferd zu verkaufen. Sie empfängt ihn in ihrem
extra Raum, denn dass eine Königin in einem Schloss eigene Gemächer hat, ist eine extravagante Spezialspezialität dieser besonders strunzigen Angeberkönigin.

Ihr Kleid sah wieder schrecklich aus.
Und nach deiner Meinung hat wieder keiner gefragt.

Weil Mütter in dieser Geschichte offenbar Probleme bei der Artikulation haben, erklärt diese sich folgendermaßen:


"Ball, mein Sohn. Dein Ball."
Ich hoffe, sie wirft ihm jetzt zumindest einen Medizinball ins Gesicht und kichert dabei laut.

Neander reagiert subtil, also mit einem Tobsuchtsanfall.


Wie immer wenn ich wütend war, streckte ich mich und sah von oben auf sie herab, doch das interessierte sie nicht.
Einmal Applaus für Ihre Majestät, bitte ♥

Neander gibt auch sofort auf, mault drüber, wie pfies Mama und was er doch für ein Versager ist, und fragt dann, wann der Ball sein soll.


"In zwei Tagen schon. Dann haben alle noch ausreichend Zeit, Bescheid zu sagen, ob sie kommen, sich Kleidung zu beschaffen und anzureisen! Du wirst bei den Vorbereitungen helfen."

Neander hat fast einen Nervenzusammenbruch, weil das jetzt offenbar heißt, dass er zwei Tage das Haus nicht verlassen darf, und heult rum, dass er doch noch seinen Mantel zurückholen muss. Mama schlägt naiv vor, Lehne doch zum Ball einzuladen. Sofort wird Lehne zu Neanders einzigem Grund, sich den Mist überhaupt anzutun, und das Kapitel endet. Das nächste geht weiter mit Selene, die so viele Kräuter heim bringt, dass Oma fast lächelt und Bene etwas zu essen bekommt, die anderen aber nicht. Wieso es in dieser Familie keine festgelegten Zeiten für Dinge wie Schlafen und Essen gibt, wundert mich dann schon.

Ich wusste sofort das Mutter Dorian bald die Brust verweigerte. Weswegen ich mit ihm raus zu den Ziegen ging und etwas Milch in einen Krug molk, damit er etwas hatte, was er trinken konnte, wenn Mutter ihn in einem Monat oder zweien entwöhnte. Damit setzte ich mich an die Außenwand des Hauses, wo es in der eisigen Kälte besonders schön war, und gab ihm immer ein paar schucke direkt aus dem Krug, weil es ja Früher™ ist, als es noch keine Gumminippel gab und deswegen auch keine andere Methode, ein Kind zu füttern. Mir lief die erste Träne die Wange hinunter, dann noch eine und es wurden immer mehr. Ich, ähhh, Dorian war echt SO ARM!!! Hier draußen alleine mit Dorian weinte ich immer weil mir so kalt war und es gar nichts zu essen gab und mein Leben vorbei war. Es war der einzige Ort wo mich niemand hörte und mir eine klatschen könnte. Das war mir schon zu oft passiert.
Mir geht dein ewiges Gejammer auch auf den Sack. An der Stelle will ich sagen, dass die „Dorian ist ein dreißigjähriger Neckbeard“-Theorie auch Dorian selber zuliebe ist, weil es ein Kind ein kleeeiiiiines bisschen psychisch belasten würde, was Lehne da offenbar regelmäßig abzieht.

Lehne beweint lautstark das Schicksal des armen Dorian, der doch so SÜÜÜÜÜÜÜÜÜZZZZ ist und wie kann die böse, fiese Mama ihm nur nicht 24/7 Aufmerksamkeit schenken und OMG das ist so SCHRECKLICH und UNVERSTÄNDLICH, wieso ist diese Welt so UNGERECHT und ist Lehne selber nicht SO TOLL, wie sie sich aufopfernd und VOLLER LIEBE um ihn kümmert, vollkommen SELBSTLOS???!!!?!?!?! Sie heult und heult und heult. Natürlich nur, weil Dorian so arm ist, nicht, um zu demonstrieren, wie moralisch überlegen sie selber ist.


"Dorian, ich liebe dich, ich bleibe bei dir." Schluchzte ich leise. Er antwortete wie immer mit einem Röpser.
*flüstert* Neckbeeeeeaaarrrrd~
Gut zu wissen, dass nicht mal Dorian die Szene ernst nimmt.

Dann kommt Neander an und hat eine Meinung™, nämlich die, dass Lehne lieber lächeln sollte C: Sie schaut nicht auf und redet sich ein, dass da niemand ist, worauf sie
mit Bene und Dorian wieder ins Haus geht. Bene hat sich da halt gerade spontan materialisiert. Im nächsten Moment träumt sie von Neander und seinen Klamotten. Ob sie dabei schläft, lässt sich aus dem Text nicht entnehmen. Szenenwechsel und Neander ist (zurück?) im Schloss und besäuft sich sinnlos, während er Einladungen schreibt, obwohl bereits der Tag des Balls ist, und sie einem Hausmädchen gibt, das die wohl ausliefern soll. Dabei denkt er schmollend an Lehne und daran, wie sein kleiner Neander er es nicht mehr erwarten kann, sie wiederzusehen.

Viele Frauen die nur für mich kamen und ihre besten Kleider anzogen. Schrecklich.


Der Einladung für Lehne hat er jedoch ein Kleid angefügt, weil er zufällig Kleider in ihrer Größe herumliegen hat.

Meine Klamotten lagen schon bereit. Alle davon. Die ganzen. Ich zog etwas blaues an, der gleiche Ton wie meine Augen Farbe. Kleidung aus Ton hatte ich besonders gern, die klapperte so lustig beim Gehen. Und sie bekam ein grün, nämlich das erste des Frühlings, passend zu ihrer Augen Farbe und passend zu meinen Kleidern. Alles perfekt abgestimmt. Was sollte ich auch mit einem Weib, dessen Outfit nicht zu meinem passte?!

Er schmollt weiter, richtet sich die Haare und fragt sich, ob Lehne qail genug aussieht. Dann geht die Feier auch schon los. Erstmals wird sein Vater erwähnt, der zusammen mit seiner Frau auf Thronen sitzt, während alle geladenen Frauen vorgestellt werden wie in „Sisi“ und Disneys „Cinderella“. Dann kommt ein Mädchen, das das Kleid trägt, das er Lehne geschickt hat, aber es ist nicht Lehne, sondern ihre Schwester Lilia.


Entrüstet sah ich zu meinen Eltern. Wie konnten sie nur… ja… äh… wie konnten sie halt nur?!

Er starrt Lilia enttäuscht an und entschließt dann, sie auszufragen.


"Guten Abend schöne Frau." Sagte ich verführerisch.


Lilia will berechtigterweise wissen, warum er ausgerechnet sie eingeladen hat.

"Sie haben etwas an, was nicht Ihnen gehört und auch nicht steht." Ich zwinkerte.
Und du hast etwas gesagt, was sich nicht gehört und wonach auch keiner gefragt hat, und trotzdem sind wir jetzt hier.
"Sie wissen von wem ich rede. Und nun, gehen Sie bitte, Sie sind hier nicht erwünscht!" Murrte ich wütend. Den Wachen sagte ich bescheid, sie durfte hier nicht wieder herein.
ASDFGHJ DIE HAT DIR NICHTS GETAN DU KLAPPSPATEN, NICHTS HIERVON IST IHRE SCHULD, IHRE FAMILIE HAT NUR KONVENTIONEN BEFOLGT, KEINE NOTWENDIGKEIT DEINE SCHLECHTE LAUNE AN IHR AUSZULASSEN, DASS DIE RICHTIGE NICHT HIER IST LIEGT ALLEIN AN DEINER DUMMHEIT UND DEINER INKOMPETENZ, DU BIST DERJENIGE DER MÄDCHEN EINLADEN MUSS VON DENEN ER NICHT MAL DEN NAMEN KENNT DU TOTALER FROOT LOOP DINGUS

Aber jetzt ist für den armen, armen Neander der Abend natürlich gelaufen. Mein Gottchen, wie schrecklich. Fuck Lilias Gefühle. Kapitel Ende.

Ich beende hier auch mal den Verrissteil, ehe ich ein Aneurysma kriege. Hier ist mein konstruktiver Verbesserungsvorschlag diesmal:
Zunächst wird klar gestellt, zu welcher Zeit und in welchem Land diese historische Geschichte spielt, weil ja nichts davon klar wird. Alle kriegen entsprechende Namen. Lassen wir‘s mal Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts in England spielen, weil der Plot sehr Regency Romance ist, und nennen Leander Leonard und Selena Helena. Helena kommt aus einer normalen, respektablen Familie der Arbeiterklasse, die nicht besonders arm ist, aber auch kein eigenes Krankenzimmer, eine Küche in einem separaten Zimmer und eine Million Felle herumliegen hat. Es ist einfach ein harter Winter, länger als erwartet, vielleicht so ähnlich wie die Situation der Ingalls‘ in „The Long Winter“. Leonard ist auch kein Prinz, sondern der Sohn des lokalen Grafen oder von mir aus sogar Herzogs, der ein Fest gibt, für das Mädchen aus den umliegenden Ortschaften gesucht werden, um beim Kochen, Servieren und Putzen zu helfen, und Helena ist eine derjenigen, die sich dafür melden. Leonards Mutter will, dass er heiratet, weil sie denkt, eine Ehefrau würde ihn „zähmen“, ihn verantwortlicher machen oder was auch immer. Lass Leonard tatsächlich so einen „Sollen sie doch Kuchen essen, looool“-Idiot sein, er verknallt sich dann bei einem zufälligen Gespräch ein bisschen in Helena, die ihn prinzipiell nett fände, wenn seine abstoßende Meinung über arme Leute nicht wäre, und schildert ihm dann, wie sie und ihre Familie leben und wie, um direkt aus „The Long Winter“ zu klauen, ihre Mutter Getreide in der Kaffeemühle mahlen muss, damit ihre Familie überhaupt Brot hat und sie von einem Festmahl wie dem servierten nie träumen könnte. Das veranlasst dann, dass sich Leonard das erste Mal wirklich für die Arbeiterklasse interessiert, die umliegenden Ortschaften besucht, die armseligen Zustände nicht mehr widerlich, sondern bestürzend findet, dafür sorgt, dass besonders arme Familien Essen bekommen und so weiter. Weil er kein Arschloch, sondern nur ignorant ist, tut er das nicht, um Helena ins Bett zu bekommen, sondern um seiner selbst willen, und sagt ihr auch gar nichts davon. Helenas Familie bekommt auch etwas von dem Essen, das wird aber direkt als Geschenk des Herzogs angekündigt, dem es ja immerhin technisch gesehen gehört. Als Leonard Helenas Familie persönlich besucht, bringt er ihr ein Kleid seiner Schwester und teilt unter viel wink-wink-nudge-nudge mit, dass sein Vater demnächst einen öffentlichen Ball gibt, auf dem jeder erlaubt ist, der anständig angezogen ist. Helena ist gerade nicht da, weil sie woanders arbeitet, sie hat vielleicht eine regelmäßige Anstellung als Näherin oder Schankmagd. Vielleicht hat sie ihren Eltern auch gar nichts von ihrem Gespräch mit dem Herzogssohn gesagt, weil sie es für irrelevant befand oder sie nicht damit schockieren wollte, dass sie einem Adeligen die Stirn geboten hat oder mit einem Mann allein war. Daher folgern diese, dass es ihre älteste Tochter ist, die hiermit indirekt vom Sohn des Herzogs selbst auf den Ball eingeladen worden ist, weil damals üblich war, dass die zweitälteste erst heiraten darf, wenn die älteste unter der Haube ist, und so weiter. Leonard, der nicht wusste, dass Helena überhaupt eine ältere Schwester hat, schaut dumm aus der Wäsche, als er das Kleid seiner Schwester an ihr sieht, beginnt jedoch ein höfliches Gespräch mit Helenas Schwester und fragt auch sie über ihr Leben aus, bedankt sich später für den schönen Abend und bittet sie, Helena alles Gute auszurichten. Beim nächsten öffentlichen Ball weiß er es besser und bringt ein zweites (und, falls es mehr Schwestern gibt, auch ein drittes, viertes, fünftes) Kleid vorbei, damit die Schwestern gemeinsam auf den Ball können.
Tags: fandom : original : 501-550, jaeger : quillsinmyhair : 151-200, verrisse : 1651-1700
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