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Die schwarze Wölfin und der goldene Löwe oder Juli und der Märchenprinz Teil 2

Titel der Geschichte: Die schwarze Wölfin und der goldene Löwe
Fandom: Game of Thrones Game of fairy tale's
Name des Verbrechers Autors: terisha007
Der uninspirierte Plot: Juli - die älteste Tochter von Eddard Stark dem Listigen - trifft ihren Märchenprinzen Jaime, der sich leider in den Klauen des bösen Ungeheuers Cersei befindet. Hat ihre tragische Liebe eine Chance?
Antiqualität der Charaktere: Juli ist eine perfekte Mary Sue, Jaime Lannister wird zu einem tragischen missverstandenen Märchenprinzen degradiert, seine Schwester Cersei ist die pure Bosheit in Person und der Rest mutiert zu austauschbaren Pappaufstellern, die zufälligerweise die Namen der GoT- Charaktere tragen. Eddard Stark ist listig.
Entnervende Macken im Stil: Juli ist so wunderschön. Juli ist so herzensgut. Juli ist ja ach so schlau. Juli hier, Juli da. Und als wäre Juli nicht schon omnipräsent, werden ihr auch noch einfach Szenen und Handlungsstränge anderer Charaktere zugeschanzt. Ausführliche Beschreibungen - gleich welcher Art, sucht man im Text vergeblich (außer sie dienen dazu Juli zu huldigen), fließende Übergänge existieren nicht.
Die Zeitform und Erzählperspektive legt so manchen seltsamen Sprung hin.
RS/G-Fehler: Okay.
Mehr oder weniger Positives: Die Autorin hangelt sich stark am Serienkanon entlang, was einerseits allzu große Fehler verhindert, andererseits manchmal etwas unkreativ scheint ist.

Achtung! Im Veriss sind Spoiler für die GoT - Staffel 1 enthalten.

Teil 1, wo Eddard Stark der Listige eine Tierhandlung besucht.



Kleine Info: Da mich wohl ein "Du kannst nicht mehr fett markieren" - Fluch getroffen hat, werde ich all meine Kommentare mit diesem Blau kenntlich machen.

Was bisher geschah:

Unwichtiger Nebencharakter König Robert stattet Pappkulisse Winterfell – Zuhause von Eddard Stark dem Listigen, seiner hirnlosen OC - Tochter Juli und einem Haufen überflüssiger Pappaufsteller – einen Besuch ab, weil Serienkanon und so … Nach der wundervollen Verlobung von Juli und Ser Gregor Clegane äh Sansa Stark und Prinz Joffrey, gibt es ein nicht näher beschriebenes Fest. Juli spielt mit Märchenprinz Jaime (defintiv love interest!) ein kleines Namen-Rate-Spielchen und lässt sich die Hand abknutschen. Jaimes Zwillingsschwester Cersei (definitv böse!) guckt wütend, weil sie nicht mitspielen darf.


2. Twilight äh nee Breaking Dawn Zwielicht

Nach einem kleinen "Autorenvorwort" wird der rote quietschpinke Handlungsfaden direkt an der Stelle aufgehoben, wo er zuletzt fallen gelassen wurde - nämlich in Pappkulisse Winterfells Festhalle. Seid ihr bereit dem bösen Ungeheuer Cersei entgegen zu treten? ...

„Was soll das?“ Jaime schritt mit einem breiten Grinsen auf Cersei zu, die ein wenig abseits stand. „Was soll was, liebste Schwester?“
Cerseis Augen zogen sich zu wütenden Schlitzen zusammen und Jaimes Grinsen wurde noch breiter.
„Warum machst du das Starkmädchen an? Und das vor meinen Augen??“ [...]

Äh was? Wann hat er sie denn bitte "angemacht"? Als er ihre Hand abgeknutscht hat? Das ist doch ... Moment, bin gleich wieder da, muss nur kurz etwas nachschlagen ...

So, da bin ich wieder. Wusste ich es doch, dass ich den "Leitfaden zum Schreiben von pinkfarbenen Fangirlgeschichten" noch irgendwo rumliegen hatte! 'Verstaubtes Heft auf den Tisch schmeiß und durch die arg zerknitterten Seiten blätter'

Oh, da steht es ja! 'Vorles': "Die folgende Regel muss unter allen Umständen beachtet werden: Jede noch so kleine Szene, die auch nur das geringste Konfliktpotential beinhaltet, muss größtmöglich ausgeschlachtet werden. Übertreibe, überdramatisiere, überspitze, überziehe. Kurz, mach aus wenig viel viel mehr, denn nur das verleiht deiner Geschichte die notwendige Spannung."

Na ja, wenn sich also die Autorin... Was? Warum ich das habe?
Ähm ..., ich habe mir das natürlich nur zu ... äh Studienzwecken angeschafft ...
'Bemüht unauffällig auffällig ein Bündel bekritzelter Blätter mit dem Titel Andorra Jones vom Tisch werf'

Ja, wo waren wir jetzt also stehen geblieben...'Verlegen lächel'

Märchenprinz Jaime versucht die Bedenken von Cersei zu zerstreuen:
„Aber Schwester, du wirst doch nicht glauben, dass ich mich an Ned Starks Tochter heranmache. Ich wollte mich nur vergewissern ob sie wirklich so ein wildes Temperament hat, wie alle sagen.“ [...]

'Ungläubig Guck' Wildes Temperament? Meiner Meinung nach ist Julis Verhalten nichts als patzig, kindisch und ungezogen. Aber was weiß ich denn schon, Eddard Stark ist ja auch listig …

Da diese lahme Ausrede Cersei natürlich nicht im geringsten überzeugt, versucht Märchenprinz Jaime sie auf anderem Wege zu besänftigen. Und was wäre besser dafür geeignet als einander in aller Öffentlichkeit zu befummeln?
Wenigstens hat Cersei noch all ihre Gehirnzellen beisammen und hält ihn davon ab:
„Jaime, doch nicht hier vor all den Leuten!“ [...]

Märchenprinz Jaime ist beleidigt.

Nach dieser furchtbaren Enttäuschung muss Märchenprinz Jaime jemanden sein Herz ausschütten. Seine Wahl fällt auf
seinen Bruder Tyrion, der von vielen nur Gnom genannt wird [...]. In seiner Familie verachteten ihn alle, er war ein Krüppel. Nur Jaime konnte ihn gut leiden, denn er mochte seine ehrliche und listige Art, dass Tyrion zufälligerweise auch sein Bruder war, hatte damit rein gar nichst zu tun. Ich mag meine Schwester schließlich auch nur wegen ihrer kreativen Ader.

Und damit ihr sehen könnt, wie schrecklich gemein die gesamte Verwandtschaft zu Tyrion ist, hier eine kleine Szene aus der ersten Staffel, wo Tyrion ganz furchtbar von seiner Nichte Myrcella und seinem Neffen Tommen behandelt wird. Schrecklich nicht?

Schließlich fand er seinen Bruder, doch er war schon so betrunken, dass er auf einem Tisch lag und schlief, während alle anderen ihn auslachten, aber Jaime wandte sich ab, denn Tyrion war, wie immer, selbst schuld wenn er sich so volllaufen ließ. Tja schade. Er hätte gerne einen Gesprächspartner gehabt.

Kein Kommentar.

Auf dem Weg nach draußen rennt er beinahe Eddard Stark den Listigen über den Haufen. Beide betreiben ein wenig für die Badfic - Handlung unwichtigen Smalltalk, weshalb ich auch nicht weiter auf ihn eingehe. (Als Inspirationsquelle diente wohl diese Serienszene.)

Am nächsten Tag findet Märchenprinz Jaime den spannenden Plot in Form einer Nachricht vor, die neben seinem Bett liegt.

„Herzallerliebster Bruder,

leider können wir uns heute nicht am gewohnten Ort treffen. Der Turm von Burg M wird gerade saniert und an unserem zweitliebsten Platz (der Turm von Burg J) war schon ein anderes Pärchen. Doch ich habe eine Alternative gefunden, dort ist es jetzt vielleicht nicht ganz so bequem und privat wie sonst, aber besser als nichts oder?
Komm einfach zum verlassenen Turm hinter der Burg C.
Ich freue mich schon auf Dich.

In Liebe,

Deine Cersei. “

[...] Ein dreckiges Grinsen breitete sich auf seinem Mund aus und gleich nachdem Frühstück machte er sich auf den Weg.

Seine schöne Schwester stand am Fenster des Turms und blickte hinaus. Jaime legte von hinten seine Arme auf ihre Taille und begann zärtlich ihren Hals zu küssen. Die Königin seufzte.
„Schön, dass du meiner Bitte so schnell nachgekommen bist Bruder. Ich hielt es nicht mehr aus ohne dich!“ [...]

Beide befummeln sich erst mal. Ähm, Cersei befummelt ihn. Märchenprinz Jaime suhlt sich stattdessen lieber in Selbstmitleid und erfindet Ausreden, warum er denn keine Schuld an seinen eigenen Handlungen trägt.

[…] Diese Frau hatte ihn in der Hand, ganz gleich was er versuchen würde, er würde nicht von ihr loskommen. [...] Jaime wusste, dass es falsch war. Es war falscher als falsch und doch konnte er sich nicht beherrschen.

'bguj' Warum? Wieso? Was?

Vier Gründe, warum meine Stirn gerade Bekanntschaft mit der Tastur gemacht hat:

1. "Absichtliche Fehlinterpretation"
Und hier wiedermal ein anschauliches Beispiel, wie Jaime Lannisters vielschichtiger Charakter "missverstanden" wurde.

2. "Der unschuldige Held"
Natürlich, nur die böse böse Cersei ist ganz allein an der Situation schuld. Einzig und allein sie!
Jaime der tragische Märchenprinz, der so rein und so herzensgut ist, der könnte doch nie von sich aus irgendetwas falsches/böses/gemeines/hinterhältiges tun. Und wenn er es mal doch tut, dann ist es natürlich nicht seine Schuld, irgendjemand hat ihn dann verflucht, zwingt ihn dazu, manipuliert ihn oder es war doch nur ein grausliger Unfall bzw. Verkettung unglückseliger Umstände. Wo kämen wir denn hin, wenn unser strahlender Held mal Eigenverantwortung für seine schlechten Taten übernehmen müsste oder gar, wie schrecklich! Fehler und Schwächen hätte wie jeder normale Mensch?

3. "Die böse manipulierende Ziege"
Ja, Cersei darf böse sein.

Nr.1 Sie ist eine Lannister und alle Lannisters sind böse, weil keine Starks! (Außer natürlich Märchenprinz Jaime und Tyrion, weil der ist witzig.)

Nr.2 Sie ist in der Serie doch auch böse! Sie ist die Mutter von Joffrey, ihretwegen sind Mycah und Lady tot (Wie kann sie es nur wagen, sich auf die Seite ihres Sohnes zu stellen?), ihretwegen wurde Eddard Stark der Listige festgenommen (Also wirklich, warum wartet sie nicht seelenruhig ab, dass der Zorn ihres Ehemanns sie und ihre Kinder ereilt, würde ich doch auch tun!), ihretwegen hat Ned der Listige seinen Kopf verloren (So eine schlechte Mutter, sie hätte Joffrey besser erziehen müssen), ach und an allem anderen ist sie auch schuld. Renlys Ermordung in Staffel 2 zum Beispiel.

Nr.3 Sie ist nicht die zauberhafte Juli. Es geht doch nicht an, dass Jaime irgendeiner anderen Frau Aufmerksamkeit schenkt oder sie gar wahrhaft liebt! Juli und Märchenprinz forever!

Nr. 4 Wir brauchen doch einen richtigen Bösewicht in unserer Fanfiction und niemand mag Cersei 'Äh stimmt nicht, ich zum Beispiel!', nehmen wir doch einfach sie.

4 "Charakter - Wechsle - Dich"
Ich wünschte, die Autorin würde wenigstens die Verhunzung von Jaime Lannister konsequent durchziehen.
Wie war das noch mal mit dem dreckigen Grinsen, nach Erhalt von Cerseis Botschaft?
Seine Arme, die er freiwillig um ihre Taille legt?
Die zärtlichen Küsse zur Begrüßung?
Das ungebührliche Betragen auf dem Fest, wo Cersei ihn gerade noch davon abhält, ihr in aller Öffentlichekeit an die Wäsche zu gehen?

Was denn nun?
Unschuldiger manipulierter Märchenprinz oder ein Jaime Lannister der aktiv am Geschehen mitwirkt, und anscheinend sogar wahre Lust/Freude daran zu empfinden scheint?

Herzlichen Glückwunsch an alle, die bis hierhin durchgehalten haben. Warnung: Es wird noch blöder und Rosalie wird von limettensauer zu zitronensauer.

Nachdem Märchenprinz Jaime uns nun sein ganzes Herzeleid ausgeschüttet hat, beschließen er und das böse Monster Cersei eine Runde äh … Halma zu spielen.

Märchenprinz Jaime ist übrigens gerade voll in seinem Element, als das böse Monster Cersei ihn beim Bewegen seiner äh … Spielfigur unterbricht.
„Nein Jaime! STOP!“ Er ließ enttäuscht von ihrem gemeinsamen Spielzug, der sie zum stöhnen brachte, ab und wollte gerade zu einer wütenden Antwort ansetzen, dass er die Spielregeln von Halma doch kennen würde, als sie mit ihrem Finger zum Fenster des Turms deutete.
Dort stand ein Junge, kaum zehn Jahre alt und beobachtete sie bei ihrem Treiben.

(Der Junge ist übrigens Julis Bruder Bran und nachdem er entdeckte wurde, versucht er zu natürlich abzuhauen, doch Jaime hält ihn fest.)

[...] „Er hat uns gesehen. Verdammt er hat uns gesehen! Was wenn er es Robert erzählt? Schließlich ist das Spiel doch bei Todesstrafe verboten. Warum musste auch Robert unser Lieblingsspiel verbieten, nur weil er dort nicht mitmachen darf!“ rief Cersei verzweifelt und raufte sich die Haare. Sie sah sich und ihren Bruder schon vor dem Henker. [...]

Der gute Märchenprinz hat nun die Qual der Wahl.

Bran:
[...] „Bitte Ser Jaime, lasst mich gehen. Ich werde nichts verraten!“
vs.
Cersei:
„Jaime, nein! Wir dürfen ihm nicht vertrauen. Mach dem ein Ende!“ [...]

Preisfrage:
Wie wird dieser spannende Twist hier aufgelöst?

A) Die Autorin besinnt sich auf Jaime Lannisters wahren Charakter und beschreibt das Geschehen wie in der Serie/in den Büchern.
B) Märchenprinz Jaime wacht schweißgebadet auf und es stellt sich alles nur als ein furchtbarer Alptraum heraus.
C) Daenerys Targaryen kommt auf Drogon angeritten und steckt die ganze Pappkulisse in Brand.
D) hjhzghz oder auch 'Kopf auf Tastatur'

Und die richtige Antwort ist … „Trommelwirbel einfügen“ … hjhzghz!
Welch Überraschung ...

Plötzlich vernahm er im Hintergrund eine Bewegung und Cersei stürzte an ihm vorbei und schubste den Jungen aus dem Fenster.
Sie schaute Jaime tief in die Augen. „Was man nicht alles für die Liebe tut!“

Ich hab' gerade Lust noch ein paar andere Sachen zu schmeißen und nicht nur aus dem Fenster...

Dann abrupter Szenenwechsel, da Juli in diesem Kapitel noch gar nicht aktiv aufgetaucht ist.

Und was macht die reizende Juli? Erhält sie gerade Unterricht in Konservation von ihrer Septa? Sitzt sie etwa mit ihrer Schwester Sansa zusammen und geht einer Näharbeit nach? Oder wird sie von ihrer Mutter in der Führung eines großen Haushaltes unterwiesen?

Aber nicht doch, das wäre ja viel zu laaaaangweilig und viel zu unpassend! für unsere strahlende Mary Sue. Sie übt sich stattdessen, wie jede edle Dame von Stand, im Bogeschießen, und weil wir ja wissen sollen, was für ein herzensguter Mensch Juli ist, anders als die böse Catelyn und die gemeine Sansa, darf der arme bedauernswerte Bastardbruder mitmachen.

Nach ein bisschen Lobhudelei auf die tolle Juli und ein wenig kindisches äh temperamentvolles Verhalten (
Trotzdem streckte sie ihm gespielt beleidigt die Zunge heraus) geht es geht endlich mit dem relevanten Plot weiter.

Pappaufsteller Catelyn kommt hinzu. Anstatt sich zu wundern, warum ihre Tochter einen Bogen statt einer Nähnadel in der Hand hält, fragt sie nur:
„Julyne, hast du Bran gesehen?“ [...] „Ich kann ihn nicht finden! Seit dem Morgen ist er verschwunden!“

Anscheinend überfordert diese komplexe Frage Julis kleines Köpfchen, denn sie gibt keine Antwort.
(Trottel Trottel äh Jon Schnee auch nicht, aber der ist vermutlich ohnehin zu beschäftigt damit deprimiert in die Gegend zu starren.) Doch zu Catelyns Glück gibt es noch den fähigen Postboten äh Ser Rodrick Cassel, der hinzukommt.

[...] „Es tut mir leid, Mylady, aber wir haben Bran vor dem alten Turm hinter der Burg gefunden. Er…er muss geklettert sein und dann gefallen sein…es steht nicht gut um ihn. “

[...] Sie (Catelyn) stürmte mit Tränen in den Augen sofort Richtung Burg und Ser Rodrick folgte ihr während Jon und Julyne zurückblieben und nicht wussten was sie als nächstes tun sollten, da sie wie kleine Kinder den ganzen Tag über unterhalten und bespaßt werden mussten.

Der nächste Tag:
Nach einer beinahe schlaflosen Nacht machte sich Julyne auf, um etwas mit Leah (Der Schattenwolf aus der Tierhandlung) spazieren zu gehen.
Zuvor war sie noch bei Bran gewesen. Maester Luwin glaubte, dass er durchkommen würde, denn er sei ein Kämpfer. Doch er würde seine Beine ziemlich sicher nie wieder bewegen können.

Spürt ihr auch diese Emotionalität? Merkt ihr, wie sehr sich Juli um ihren kleinen Bruder sorgt? Nein? Wirklich nicht?
Tröstet euch, ich auch nicht.

Juli trifft, wie äußerst überraschend, auf Märchenprinz Jaime. Dieses mal „macht er sie aber nicht an“ sondern drückt nur sein Bedauern über Brans „Unfall“ aus.

[...] „Lady Julyne, es tut mir unendlich leid, was Eurem Bruder widerfahren ist. Ich hoffe, dass er bald wieder gesund wird.“
Julyne sah ihm in die grünen Augen und las seine ernste Miene. Er hatte wirklich Mitleid, was sie überraschte, denn was schert den ehrenwerten Jaime Lennister schon ein kleiner Junge, zudem er keinerlei Verbindung hat. Ähm, Empathie zum Beispiel? Oh ja Juli, es gibt Menschen, die können das, Miteleid empfinden und so. Und das mit "keinerlei Verbindung" stimmt auch nicht so ganz, denn Bran ist immerhin der Sohn der Gastgeber, da sollte man wenigstens aus Anstand einen Anschein von Betroffenheit zeigen oder nicht?

[...] „Danke für Ihr Mitgefühl, Ser Jaime.“ meinte sie kalt und ging an ihm vorbei ohne ihn auch nur einmal anzusehen, nachdem sie ihn schon einmal angesehen hatte und freute sich, dass sie wiedermal jemanden grundlos vor den Kopf stoßen konnte und dafür keine Konsequenzen fürchten musste, da ihr Vater Eddard Stark der Listige sie doch stets mit der Ausrede "Sie hat eben wildes Temperament" in Schutz nahm.

Nach dem Spaziergang traf sie auf Robb, der wütend mit seinem Schwert auf eine Strohpuppe einschlug. Sein Temperament kochte, wie so oft, über.
„Ist er schon tot?“ Mmh … woran erinnert mich diese Szene nur bloß?
Ach, und nur weil Robb einmal in Staffel 1 einen Baum attackiert, nachdem er die Nachricht vom Tod seines Vaters erhalten hat, und nicht wusste wohin mit sich und seinen Gefühlen, macht ihn das noch lange nicht zu einem überaus temperamentvollen Menschen.
Aber was weiß ich den schon, Eddard Stark ist ja auch listig.

[...] Klar, er macht sich Sorgen um Bran, aber man kann auch übertreiben. Ha, wenigstens zeigt er mit dieser Reaktion mehr Emotionen als die ach so liebevolle große Schwester Juli. (Eine beinahe schlaflosen Nacht zählt für mich, nämlich nicht als großartiges emotionales Innenleben.)

Robb würdigte sie keines Blickes. Gut so Pappaufsteller. Beachte sie einfach nicht, vielleicht verschwindet sie dann.
July schritt auf ihn zu und packte ihn an der Schulter. „Robb, was ist mit dir los?“ Mist, hat dann doch wohl nicht so gut geklappt.
„Ich bin wütend!“ [...] Endlich ließ er sein Schwert sinken und blickte ihr in die Augen. July sah Wut, Verzweiflung und Angst, aber auch Zorn, Trauer, Hilflosigkeit, Panik, Mutlosigkeit, Verzagtheit, Sorge, Kummer, Betrübtheit und tiefsten Seelenschmerz, eben all das was man so sieht, wenn man jemanden in die Augen guckt.

Allerdings hat Pappaufsteller Robb all diese Qualen nicht, weil sein kleiner Bruder mit gebrochenen Rückgrat im Koma liegt, sondern weil die Autorin wiedermal eine Szene brauchte, um Julis Rolle als tröstende Schwester zu demonstrieren. 'Seufz'

„Ich…ich kann das nicht. Vater wird morgen aufbrechen und dann bin ich Lord von Winterfell. Das schaffe ich nicht…“ [...]
Ach, hör auf zu Jammern Pappaufsteller. Du bist schließlich 18 Jahre alt (Auf jeden Fall laut Serienkanon) und wurdest Dein ganzes Leben lang darauf vorbereitet diese Rolle einzunehmen. Außerdem bleiben auch deine Mutter Catelyn, Master Luwin und selbst der Postbote äh Ser Rodrick Cassel als Ratgeber und Unterstützer hier auf Winterfell.

Juli tröstet ihn mit drei recht belanglosen Sätzen und Pappaufsteller Robb darf nach einem erleichterten
„Danke July!“ wieder in der Versenkung verschwinden, bis der Plot neue Verwendung für ihn hat.

Wir springen zum Tag des Abschieds.

[...] Von ihren Geschwistern hatte Julyne sich schon verabschiedet. Sansa und Arya hatten ihr zwar einen verwirrten Blick zugeworfen, als Juli sie mit den Worten: „Seid nicht traurig, sicher werde ich euch einmal auf Winterfell besuchen kommen.“ umarmt hatte, aber verabschiedet war verabschiedet und Juli konnte nun endlich diesen Punkt von ihrer To-do-Liste streichen. Sie geht zu ihrer Mutter, die wie schon seit Tagen, in Brans Zimmer anzutreffen ist.

„Mutter wir gehen jetzt.“
Catelyn blickte auf und ihr traten Tränen in die Augen. Sie stand auf und umarmte ihr älteste Tochter.
„Ach mein Kind! Du wirst mir so unendlich fehlen!“

Oh, ist diese Szene nicht herzzereissend?

[...] Eine Träne, aber auch nur wirklich eine!, rann über Julys schönes Gesicht. Plötzlich wurde Catelyn wieder ernst, nachdem sie sich vor lauter Lachen auf dem Boden hin und her gewälzt hatte. Endlich, endlich war sie ihre dumme Mary Sue - Tochter los. Ha, jetzt musste sich ihr listiger Ehemann um sie kümmern.

Dann kommt der obligatorische Rat von der Mutter an die Tochter: "Und denke daran, gleich welche Versprechungen dir all die Höflinge und Ritter geben, nichts kann den Verlust deiner Keuschheit und Jungfräulichkeit aufwiegen. Ist einmal dein guter Ruf in Mitleidenschaft gezogen, kann nichts mehr deine Ehrbarkeit wiederherstellen. Äh, ich meinte nätürlich: [...] Königsmund [...] steckt voller Lügnen und Intrigen, Vertraue niemanden [...] – schon gar nicht [...] den Lennisters, und so weiter... Na ja, das übliche eben.

Es folgen noch drei weitere belanglose Sätze und dann hat das Kapitel endlich ein Ende.

Natürlich ist Juli noch immer eine elende Diebin und zu der Szene

Diebstahl Nr. 1
- Opfer: Catelyn Stark
- Beschreibung des entwendeten Gegenstandes: Überbringen einer Nachricht/Gespräch mit Eddard Stark im
Götterhain
- Tatzeit: Kapitel 1 Begegnungen

kommen noch zwei gestohlene Sätze:

Diebstahl Nr.2
- Opfer: Benjen Stark
- Beschreibung des entwendeten Gegenstandes: „Ist er schon tot?“ - Begrüßung von Benjen Stark an Trottel Trottel äh Jon Snow
- Tatzeit: Kapitel 2 Zwielicht

Und

Diebtstahl Nr. 3
- Opfer Sansa Stark
- Beschreibung des entwendeten Gegestandes: „Du bist aber eine Hübsche.“ - Lob von König Robert Baratheon an Sansa Stark
- Tatzeit: Kapitel 1 Begegnungen

Das wars für dieses mal. Genießt nun eine Juli freie Zeit, bis das dritte Kapitel kommt, wo sie das arme Königsmund heimsucht. (;

Tags: fandom : game of thrones, genre : mary sue/gary stu : 0901-0950, jaeger : rosalie95, verrisse : 1551-1600
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