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Die schwierige Romanze mit Camuel Blanchard oder Latten und Lolicon

Titel des gar holden Werkes: Die schwierige Romanze mit Camuel Blanchard
Höchst erlesenes Genre: Historie, präzise des 19. Jahrhunderts... or so it would have you believe
Name der gar holden Schriftstellerin: Die Ehrenwerte Miss Felicia Londonberg

Die erlesene Prämisse: Die/Das junge Fräulein/Miss/Lady Cynthia von Londonberg verknallt sich in seinen/ihren Hauslehrer, dessen Hobby es ist, seine Schülerinnen sexuell zu belästigen. Es folgt eine Menge „KRAAAAIIIISCH DU AAAARSCH ICH HASSÄÄÄÄH DIIIIIICH!!!!!“
Dramatis Personae: Cynthia ist impertinent, cholerisch und jähzornig und wird nie müde, zu betonen, dass sie sowohl blond als auch eine Baronesse ist. Camuel ist ebenso impertinent, creepy, schleimig und infantil.
Des Stils Unverwechselbarkeit: Seltsame Metaphern, abgedroschene Phrasen, Umgangssprache und falsch verstandene altertümliche Ausdrücke, wohin das Auge schaut. Alle „romantischen“ Szene laufen nach dem gleichen Muster und in fast dem gleichen Wortlaut ab.
Quell des Wissens der Schriftstellerin: Außer diesem Schmu hat sie auch einige Kuroshitsuji-Fanfics gepostet und ich meine daher zu wissen, wie ihre Recherchen ausgesehen haben.
Des Weiteren sei angemerkt: Das ist wie eine Geschichte von ChatNoirs hypothetischer Schwester. Die Autorin gibt offen (und stolz) zu, verknallt in Camuel zu sein. Viel ist so klassischer, offensichtlicher Fail, dass er sich in Countern zusammenfassen lässt. Camuel ist Badfic!Sexy!Sebastian Michaelis by another name.
Probestück des Meisterwerks: Seine Lippen näherten sich langsam meinen Augenlidern und zu meiner Überraschung/Entsetzen, begann er erst mein linkes und dann mein rechtes Lid zart zu liebkosen. Seine Lippen waren so weich und warm, und jeder Kuss meiner Augen, war wie eine wunderbare Massage, seine Lippen massierten meine Lider in angenehmen kreisförmigen Bewegungen, diese Berührungen verschafften mir Gänsehaut.
Die Meinung des verehrten Publikums: Tüdlüüüüüüüü!!
Ich bin wieder zurück aus dem UUUhuuurlaaaaaaub :DDD
sooo, also Kapitel 4
(Ich hab zwar schon die ganze Geschichte gelesen,
5X insgesamt >w< und ich kann auch schon teilweise Sachen daraus zitieren..... höhö)
OMG OMG OMG OMG
wOOOO IST CAMUEEEEEEEEEEEEEEL?!?!?! *KRÖÖIIISCH*


Eigentlich wollte ich den Verriss erst später posten, aber nachdem mir heute Vormittag die Weisheitszähne gezogen worden sind, dabei mein Kiefer halb ausgerenkt worden ist [literally; eine Seite ist einfach rausgesprungen] das Schmerzmittel nicht anschlägt und mein Vollpfosten von einem Mitbewohner mein Kühlkissen weggeworfen hat, weil es nicht seins war und er mehr Platz für Bierflaschen brauchte, und ich jetzt entsprechender Laune bin, muss ich mich irgendwie ablenken.

Kurz noch eine Warnung: Diese Geschichte zu verreißen, hat mich zu einigen Ekelhaftigkeiten verleitet. Wer zarten Gemütes ist, sollte den Verriss folglich vielleicht nicht lesen.

Zunächst einmal die Kurzbeschreibung:

London, die einzig existierende Stadt im 19. Jahrhundert. Baronesse Cynthia erlebt den Alltag einer normalen Adeligen.
Spoiler: „Normal“ ist an der gar nichts. Und wenn sie Baronesse ist, dann heißt das, dass sie mit dem amtierenden Baron verheiratet ist, nicht, dass sie seine Tochter ist. Igittigitt.
Das einzige, was ihre Welt jedes Mal völlig auf den Kopf stellt,

BAD PHRASE: I

ist der attraktive, kokette und in diversen obskuren Sexualpraktiken sehr talentierte Hauslehrer Camuel Blanchard, ein französischer Jude, der in England lebt. Der Mädchenschwarm schlechthin. Jede Frau, die einmal seine Nummer mit dem Sonnenschirm, der Orange und dem ausgestopften Papagei gesehen hatte, bei der er allen dreien unaussprechliche Dinge antat, konnte ihm nicht mehr widerstehen. Doch Cynthia ist fest entschlossen, kein Opfer seiner Schönheit, sondern höchstens seiner Sammlung antiker Mausefallen zu werden. Wird sie erfolgreich sein?
Tja, KB, wenn du mich so fragst... -__-;

Es gibt ein Fanart, das unsere cutesigen Protagonisten darstellt:

Dat luv.
(Er sieht nicht nur für mich irgendwie betrunken aus, oder?)
Gezeichnet ist es von Mayda-ness alias Nessie-M, der ihr obenstehenden Kommentar zu verdanken habt und die auch schon Fanart zu Fanny Stones von mir verrissenem Der Killer und die Adlige alias „Omg liek totally not Black Butler“ zu verantworten gezeichnet hat. Felicia Londonberg hier hat Folgendes dazu zu sagen:

...ist er nicht extrem KNUFFIG UND HOT?xDD~
Buääh, lass mich in Frieden mit deiner literarischen Selbstbefriedigung.

Kapitel 1
Sein Charme, überzeugend.

Die Grammatik, toll.

Die Bäume zerbarsten im Wind des Unwetters aus Verzweiflung darüber, in einer Badfic gelandet zu sein, und der schöne leuchtende Vollmond, den man auch nur sehen konnte, weil das Unwetter so heftig war, dass es ihn gleich mit durch die Gegend pustete, schien in dieser düsteren und kalten Nacht fehl am Platz. Der sollte sich lieber nützlich machen, indem er in hellen Nächten schien.
Vorsichtig öffnete ich das nach Eichenholz duftende Fenster aus mit ätherischem Eichenöl bestrichenem Aluminium, doch der tosende Wind und der plötzliche Donner ließen mich augenblicklich zusammenzucken, weil sie mich so überraschten, nachdem ich stundenlang beobachtet hatte, wie sie Bäume zum Explodieren brachten, sodass das Fenster mit einem lauten Knall zuflog.
Ich schauderte und rieb mir meine dünnen, blassen Arme. I iz teh cute.
Es gab nicht viel Sonne in London, am Himmel stand immer nur höchstens eine auf einmal, sodass die meisten reichen Leute, die ihre Freizeit innerhalb ihres Anwesens verbrachten, bleicher waren, als die verottenden Leichen tief unter der Erde. Ich trug stets den Arm einer Leiche bei mir, um den Vergleich ziehen zu können.
Davon abgesehen ist jeder, der immer drinnen ist, bleich, vom Wohlstand mal abgesehen, und wenn die Leichen schon am verrotten sind, sind sie sicher nicht mehr bleich.

Sie weiß nichts mit sich anzufangen, wenn kein geiler Typ in der Nähe ist Sonnenschein herrscht, und weitet das auf alle weiblichen Adeligen aus. Da tritt ohne zu klopfen (Dat Impertinenz: I; der Counter, der jedes Mal klingelt, wenn Camuel etwas tut, was ihn seine Anstellung als Cynthias Lehrer sowie seinen Ruf als guter Lehrer gekostet oder ihn gleich ins Gefängnis gebracht hätte) Camuel alias Camouflage ein, den Cynthias alias Cuntias Vater gebeten hat, nachzuschauen, ob sie noch lebt. So wichtig, dass er das persönlich machen würde, ist sie dann doch nicht. Cuntia schmilzt vor so viel geballter Männlichkeit dahin.


Seine Zunge spricht die verschiedensten Sprachen der Welt. Niemand spricht so verschiedene Sprachen wie er! Ich spreche zwar einige Sprachen, aber keine davon ist so verschieden wie die, die er beherrscht.
Seine Füße beherrschen jede Tanzart bis in die Perfektion, von rituellen Massai-Tänzen über Irish Tap bis zum One Man Dance, der erst in 50 Jahren erfunden werden würde, und den er alleine tanzen konnte.
Seine Lippen, kirschrot und unglaublich verführerisch.



Romantic Ew: I
Ich werde nie verstehen, was diese spezielle Gattung von weißer Cishet-Autorin an kirsch-, blut- oder rubinroten Lippen bei Männern so sexy findet.

Camouflage begeht das bösartige Verbrechen, sexy auszusehen, wodurch er schon fast alle Adelsgören Londons unglücklich gemacht hat. Was auch immer der halbe englische Adel in London zu suchen hat. Nur leider ist, wie Cuntia uns erklärt, Camouflages Ego ihr einziger Weg zum Erfolg in der
Adelsgemeinschaft... oder so. Er ditscht sie an.

Dat Impertinenz: II

Da lässt sie sich endlich zu einer Antwort hinab und winkt ihn fort, doch er geht nicht.

Dat Impertinent: III

Stattdessen bricht er in Gelächter aus.

Dat Impertinenz: IIII

Sie rallt nicht, was er so lustig findet.


„Miss,

Missed the German Lady: I (Der Counter, der jedes Mal klingelt, wenn Camuel Cynthia anders anspricht als das letzte Mal, als er es getan hat; ihr habt es nicht gesehen, aber beim Reinkommen nannte er sie „Fräulein Cynthia“.)

mit Verlaub, Ihr müsst Euch der Kleider erst entledigen und Euch gaaanz nackig machen, ehe Ihr euer Haupt waschen könnt.“

Dat Impertinenz: IIIII

Sie gafft noch einen Moment lang wortlos, ehe sie mysteriöserweise merkt, was er meint.


Wie ein Gepard, wie er in jedem Londoner Vorgarten sein Unwesen trieb, hastete ich zu dem Spiegel in meinem Zimmer und stöhnte.
Die Vorderseite meines Kleides war vollkommen durchnässt. Hatte ich ob Camuels Anblick wirklich so viel gesabbert?
Bezeichnend, dass sie dafür einen Spiegel braucht und nicht einfach an sich runterblicken kann.

Während mein Rücken staubtrocken war, was ich jetzt im Spiegel sah und auch ganz logisch war, weil ich im Nacken keinen Mund hatte, aus dem ich hätte sabbern können, sah es von vorne so aus, als wäre ich bauchlängs in den Brunnen gestürzt.
So sehr mir das Bild von Cuntia, wie sie in einen Brunnen fällt, auch gefällt... whut?
Nein, das ist natürlich in der Millisekunde passiert, die ihr Fenster offen war.


„Was erlauben Sie sich eig…“, drehte ich mich höchst eloquent mit puderrotem Kopf um, darauf gefasst meinem Lehrer gehörig und mindestens um 180° das Mundwerk zu verdrehen und ihm meine Meinung über die Vornehmlichkeiten (Autorin: Vornehmlich =/= vornehm. Vornehmlich = in erster Linie.) und Verhaltensweisen gegenüber einer Dame einem normalen Menschen zu schildern, was man ihm als dem renommiertesten und bestesten Hauslehrer von ganz London dringend noch beibringen musste, doch mir stockte der Atem.

BAD PHRASE: II

Er lächelt sie sexy an und schleicht dann näher, worauf Cynthia rot wird
und mein Herz machte einen gewaltigen Sprung.

BAD PHRASE: III

Eigentlich war es einem Hauslehrer, wenn auch adelig, nicht erlaubt, sich einer minderjährigen Dame derart zu nähern, aber seine Lippen faszinierten mich dermaßen, dass ich still blieb.
Dieser eine Satz enthält so viel Fail, dass ich ihn detailliert sezieren will. Zunächst:

Romantic Ew: II
Was ist so toll an einem Mann, dessen Anblick einen zu einem sabbernden Häufchen Libido reduziert?

Dann: Ein Adeliger wird absolut hundertprozentig definitiv kein Hauslehrer. Das war damals ein kaum angesehener, unterbezahlter Job mit zu langen Arbeitszeiten und zu unsicheren Bedingungen, um für irgendwen attraktiv zu sein, der es nicht machen musste.
Weiter: Dass Camuel adelig ist, ist eine so offensichtliche „Lösung“ des „Omg aber ich bin ne Prinzessin und du ein Oger Bauer!!!“-Konflikts, dass es mir physische Schmerzen bereitet.

Zuletzt: Uns wird ja wieder nicht gesagt, wann genau im 19. Jahrhundert wir uns befinden. Aber volljährig war man erst 1885 mit 16. 1875 war man mit 13 volljährig, davor war man es zwischen zehn und zwölf. Und das gilt nur für das Vereinigte Königreich, in Delaware war man noch 1895 mit sieben volljährig. Im Übrigen hatten damals die jungen Adeligen auch nur Unterricht, bis sie allerhöchstens fünfzehn waren, und wenn sie in die Gesellschaft eingeführt waren schon gar nicht mehr (Das würde heißen, dass sie für die Gesellschaft noch nicht reif sind). Einerseits würde die Tatsache, dass Cuntia erst 10 ist, ihr gesamtes Verhalten erklären und ein wenig sogar entschuldigen... andererseits ist ihr Lehrer gerade drauf und dran, sie abzuschlecken.

Camouflage spielt mit einer von Cuntias Haarsträhnen herum.

Romantic Ew: III
Was ist so toll daran, wenn ein fremder Mann einem an den Haaren fummelt?

Er tut das,
während mein Herz einen Gefühlsmarathon rannte

BAD PHRASE: IIII

und mein Verstand völlig aussetzte.

BAD PHRASE: IIIII
Romantic Ew: IIII


Wieso wurde mir auf einmal so heiß?
Ich glaube, wir werden auch noch einen „Was ist das für ein Gefühl? Ich bin zu krass für die Liebe!“-Counter einführen müssen, aber mal sehen.

Ich schaute mithilfe meines Mikroskops in seine Augen und bestaunte sie, während ich mir aufmerksam Notizen machte. Es war das Grün des Waldes, das ich so sehr liebte, nach dem ich mich so sehnte. Das steht zwar jetzt in keinem Zusammenhang zu seinen Augen, aber ich wollte euch halt mal sagen, wie cool ich den Wald und seine Farbe finde. Mein Puls setzte aus

BAD PHRASE: IIIII I

Er ist ihr widerlich nahe.


Ich spürte seinen heißen Atem auf meiner Wange

Romantic Ew: IIIII
Atem ist normalerweise nicht heiß. Die Geschwindigkeit, mit der er aus dem Körper austritt, verhindert das. Entsprechend muss man den Mund öffnen und hauchen, wenn man heißen Atem ausstoßen will, und ich weiß beim besten Willen nicht, was so erotisch daran sein soll, wenn ein fremder Mann einem an die Wange haucht. Das ist einen Schritt vor „Revier markieren durch anpinkeln“.


und saugte seinen süßen, männlichen Duft nach Lavendel und Marzipan ein, der wie eine Droge auf mich wirkte.
Dass sie sich benimmt, als wäre sie auf Drogen, kann ich bestätigen.

Romantic Ew: IIIII I
Aber was ist der Reiz an einem Mann, der einen fühlen macht, als wäre man high?

Er nähert sich ihren Lippen und OMG sie wird schwindelig (BAD PHRASE: IIIII II) und schwebt im siebten Himmel, aber das dauert nur an, bis
seine Wange plötzlich an meiner vorbeistrich und er schnell an mir vorbeihuschend das Fenster schloss.
Ich weiß nicht, wie ich mir das anders vorstellen soll, als dass er sie über den Haufen rennt.

Und wahahahaha es war alles so ein perfider Plan, sie glauben zu machen, er würde sie jetzt küssen wollen, nur um dann im letzten Moment etwas ganz anderes zu tun, hehehehehehehe! Und weil er so geil ist, würde sie auch nicht vorher zurückweichen, ganz logisch!

Er ist zutiefst belustigt darüber, dass sein kindischer genialer böser Plan aufgegangen ist und OMG OMG ist die DUMM, lööööööööl!!! Sie fühlt sich gedemütigt und wird von ihm „Milady“ genannt (Missed the German Lady: II),
doch bevor ich anfangen konnte zu brüllen und ihn mit meinen Kissen zu bewerfen wie jede wortgewandte Lady von Welt, hatte er auch schon den Rückzug ergriffen und war geflüchtet.

Sie tut so, als wäre er daran schuld, dass sie vollgesabbelt feucht nass und dumm ist. Die Intelligenz einer Sue ist bekanntermaßen sehr schmal. Und die einer blonden Baronesse besonders.

Have I mentioned I'm a blond baroness today?: II

Es folgt ein Nachwort, in dem sich die Autorin über Camouflage besabbert.


...ich glaub es ist einer dieser Charakteren, nach dem sich jedes Mädchen sehnt, so ein "ich verberge ein dunkles Geheimnis"-Chara :P
Links die Autorin, rechts ich:

(Sorry, Grell.)
Sind eure Gehirne wieder aufgetaut? Gut, dann machen wir weiter mit


Kapitel 2
Sein Lächeln, ein Segen


Cuntia wird durch heftiges Klopfen an der Tür geweckt. Sie jammert darüber, dass sie, wenn sie nicht genug Schlaf bekommt, noch dümmer ist als sonst, und wie fürchterlich ihr hartes Leben als stinkreiches Mitglied der elitären Oberschicht ist.

[E]ine müde, blonde, genervte und erkältete Schülerin war der Albtraum eines jeden normalen Lehrers. Schlafmangel verursachte bekanntlich Erkältungen, und wenn besagte müde, genervte, erkältete Schülerin brünett war, war sie wieder total in Ordnung.

Have I mentioned I'm a blond baroness today?: III

Ihr spezieller Lehrer jedoch macht sich einen Spaß daraus,
diese Baronesse durch sein Hämmern gegen die Tür zu einer unchristlichen Uhrzeit zu piesacken.

Have I mentioned I'm a blond baroness today?: IIII

Dat Impertinenz: IIIII I

Er kommt, ohne sich anzumelden, einfach rein. Ins Zimmer einer Dame.

Dat Impertinenz: IIIII II

Ohne, dass sie salonfähig wäre oder sich auch nur einen Morgenmantel übergezogen hätte.

Dat Impertinenz: IIIII III

Dann beleidigt er sie dafür, dass ihre Stimme direkt nach dem Aufwachen nicht klingt wie die eines Engels. (Sie ist übrigens immer noch „Milady“.)

Dat Impertinenz: IIIII IIII


Ein überaus genervter Seufzer entfuhr mir, als Camuel Blanchard ein silbernes Teeservice durch meine Tür rollte. Er sah so kindisch und peinlich aus, wie er da jeden Kuchenteller und jede Tasse einzeln mit etwas Schwung ins Zimmer rollen ließ, bis sie an die Beine meines Bettes stießen und strauchelnd zu Boden sanken!

Sie ärgert sich über seine vollkommene Perfektion (lol) und wünscht sich, er möge einen Fehler begehen.


Nichts Schlimmes natürlich, eher so etwas wie eine unangenehmes quietschendes Geräusch, wenn die Räder des Services nicht geölt waren (Kennt man ja, dieses unangenehme Quietschen und Knirschen beim Teetrinken, wenn man seine Tassen wieder nicht richtig geölt hat), oder eine verschüttete Tasse Earl Grey.
Öl im Earl Grey kenne ich im Zusammenhang einer anderen grottigen „historischen“ Geschichte, die im 19. Jahrhundert spielt...

Camouflage setzt sich an Cuntias Bettkante.

Dat Impertinenz: IIIII IIIII


„Noch so eine Bemerkung und ich entlasse Euch wegen Beleidigung der jungen Herrin des Hauses, Mr. Blanchard.“, flüsterte ich mit einem fiesen Lächeln.

Kleiner Tipp, Mädel: Geh zu deinen Eltern, sag ihnen, dass dieser ach wie tolle Lehrer dich belästigt, bedrängt, unsittlich behandelt und demütigt und du gern einen anderen hättest. Goddammit, sag ihnen, dass du mit ihm nicht zurechtkommst und dass du gern einen anderen hättest. Aber nimm die Hand aus dem Schritt, beweg deinen Arsch und tu was, statt dir vor Wut kochend diesen Vollhorst und seine Horstigkeiten bieten zu lassen, während du zugleich dazu wichst, und komm dir nicht „fies“ vor, wenn du ihm mit dem Offensichtlichen drohst.
Ich glaube, wir brauchen wirklich einen „I iz teh cute“-Counter. Dass die Protagonistin grundlos als „jung“ bezeichnet wird, erinnert mich ebenfalls ungut an eine andere „historische“ Geschichte, die zu der Zeit spielt, siehe oben.
Und ich gebe hier auch einen „Missed the German lady“-Punkt, weil er bislang noch gesiezt worden ist. Wir sind bei III.

Camouflage bittet um Verzeihung (und nennt sie dabei „Miss“; Missed the German lady: IIII) , grinst dabei jedoch so überheblich, dass sie ihn auslachen will. Götter, diese passiv-aggressiven Kindergartenspielchen @__@


Ich reichte im gelangweilt meine innerhalb von vierundvierzig Sekunden ausgetrunkene leere Tasse und ein heftiger Schlag durchfuhr mich,

BAD PHRASE: IIIII II

als er mit seinem Finger sanft über meinen Handrücken strich und die Tasse entgegen nahm.

Romantic Ew: IIIII II
Was ist so aufregend daran, dass ein Mann einem elektrische Schläge verpasst? Wie passiert das überhaupt?

Die beiden tauschen kindische Witze aus und Cuntia
versuchte den Nerv zu überspielen, den er getroffen hatte. Der jedoch kreischte heiser auf und rollte sich, froh darüber, dass ihm der Blitz autonomes Leben eingehaucht hatte, unter meiner Haut zusammen, um sich dann hindurchzufressen wie ein Bandwurm. Unter einer kleinen Fontäne aus Blut und Schnipseln meines Fleischs drängte er sich an die Oberfläche meines Arms und schrie: „ICH! BIN! MEGATRON!“ Camuel und ich tauschten einen betretenen Blick aus. Das war ja so unerotisch.

Manchmal hatte ich das Gefühl, er würde meine Gedanken lesen und diese ganzen Dinge mit voller Absicht machen, aber diese Vorstellung war absurd. Ich meine, wie könnte er denn Gedanken lesen und mir absichtlich Stromstöße verpassen? Es war ja nicht so, als wäre er ein dämonischer Butler oder etwas in der Richtung.

Endlich schafft Cuntia es, für eine Sekunde an etwas anderes zu denken als an Camouflage.


„Wo ist eigentlich Mary? Nur sie ist, wie du weißt, Bob, als Hausmädchen, befugt mir den Tee zu servieren.“
Der Fail.
1) „Hmm, schnell ein Name für eine englische Statistin. Ah, ich weiß! MARY!“ Sie heißen immer Mary. Alle.
2) Den Tee servierte für gewöhnlich ihre Zofe, wenn die nicht konnte, dann die ihrer Mutter, die Haushälterin, die Köchin, das oberste Dienstmädchen oder eine Frau ähnlicher Anstellung. Fielen die alle aus irgendeinem Grund aus, taten es der Butler oder der Leibdiener ihres Vaters (oder Mannes, das wissen wir ja nicht so genau).
3) Niemals der Lehrer. Es sei denn, er ist Sebastian Michaelis, der sich nur als Lehrer tarnt, versteht sich.
4) Es ist niemals nur eine einzige Person befugt. Das macht auch gar keinen Sinn.
5) Ein Hausmädchen war dafür zuständig, Böden zu schrubben, Teppiche zu klopfen, Wäsche zu waschen, Nachttöpfe auszuleeren, in der Küche auszuhelfen etc. Es lebte unter besch...eidenen Umständen und arbeitete 16 Stunden und mehr pro Tag und machte und servierte keinen Tee.

Statt eine Antwort abzuwarten oder, y'know, zu lernen, wie man das so mit seinem Lehrer macht, haut Cuntia sich wieder ins Bett. Mary kann nicht kommen, weil Keks, ist aber auf dem Weg, um Keks zu machen.


Maylene Mary Green [...] war zwar ein bisschen verrückt, aber seitdem sie in unserem Hause lesen gelernt hatte, was bei uns, da wir alle Analphabeten waren, im Gegensatz zu anderen Haushalten keine Grundvoraussetzung war, war sie ein überaus gebildetes Hausmädchen, das gerne in alten Büchern schmökerte, während sie zuvor ein überaus gebildeter Regenwurm war, der gern im Garten Löcher buddelte. Außerdem war sie die Person, die mich in diesem Hause am besten verstand.
Großartig, ich kann die „Aber Mary, sei doch nicht so förmlich, nenn mich Du und Cynthia-chan!“ „Aber das wäre doch In Character, das kann ich nicht bringen, Mylady!“-Szene kaum erwarten!

Schon wieder meint Camouflage, sich jetzt random an ihr Gesicht kleben zu müssen. Ich fordere euch hiermit auf, den Wortlaut dieser Szene mit dem der letzten „romantischen“ zu vergleichen.


Warmes Blut im Kontrast zum kalten Quecksilber, das ansonsten durch meine Adern floss, stieg mir augenblicklich in die Wangen den Schritt

BAD PHRASE: IIIII III

und eine riesige Hitzewelle überkam mich.

BAD PHRASE: IIIII IIII

(Ich glaube, da ist gerade ein Vulkan ausgebrochen. Kann mal jemand nachsehen gehen?)

Was wagte er es, mich, die Ehefrau meines eigenen Vaters und somit Baronesse von Londonberg,

Londonberg

Londonberg

Londonberg

Das ist dann wohl der Vulkan, der gerade ausgebrochen ist.

aus derartiger Nähe  zu betrachten? Im letzten Kapitel war es zwar noch okay, aber screw the rules, I have money! Doch mein Mund blieb geschlossen und mein Herz klopfte zehnmal schneller als die Flügel eines Kolibris.
Die Flügel eines Kolibris schlagen bis zu 12 000 Mal pro Minute. Nach Adam Riese hat Cuntia also gerade einen Puls von 120 000. Kammerflimmern und sofortiger Tod? Klar, wenn sie nicht zu der speziellen Sorte von ätzender Protagonistin gehören würde, die scheinbar nur zur Dekoration Atmung und Kreislauf hat.

Ich atmete schwer und unregelmäßig, als er mir sanft eine Strähne hinter mein Ohr schob und ich seinen heißen Atem auf meiner Haut spüren konnte.
Die Szene aus dem letzten Kapitel in a nutshell. Das ist so dumm, das verreißt sich selbst.

BAD PHRASE: IIIII IIIII I


Sein Inneres war wie ein wilder, junger Wolf, der mit seiner Beute spielte, bevor er sie verschlang und ins Verderben stürzte.
Ich stelle mir das so vor, dass Camouflages Gedärm, ähnlich wie oben Cuntias Nerv, autonomes Leben hat und sich manchmal in Camouflages Gehirn einklinkt, um ihn, als seinen Wirt, dahingehend zu manipulieren, dass er sich einem auserkorenen Opfer annähern soll. Dann kriecht das Gedärm durch seinen Bauchnabel nach draußen und streichelt prüfend über das Opfer, ehe es sich darum schlingt und es in Camouflages Bauchhöhle zieht.
You're welcome ^__^

Romantic Ew: IIIII III
Den Reiz eines Mannes, der einen „ins Verderben stürzt“, werde ich wohl auch nie verstehen.

Es folgt die Szene aus der Kostprobe, die ich euch im Steckbrief dargeboten habe.


Seine Lippen waren so weich und warm und hatten eine eingebaute Rotationsfunktion, und jeder Kuss meiner Augen, war wie eine wunderbare Massage, seine Lippen massierten meine Lider in angenehmen kreisförmigen Bewegungen (Ich will darauf hinweisen, dass Cuntia Camouflage schon im ersten Kapitel den Mund „verdrehen“ wollte. Vielleicht gehört es zur Anatatomie dieser speziellen Art von Dämon humanoidem Badfic-Alien.), diese Berührungen verschafften mir Gänsehaut.
Das kann ich gut verstehen.

Dat Impertinenz: *explodiert* 404 Not Found
Romantic Ew: *beeeeep* +++ERROR+++
Liek srsly. Wenn mir irgendwer beschreiben kann, wie diese Szene irgendwie, auf irgendeine beliebige Weise erotisch oder sexy oder niedlich sein soll, oder was zur Hölle überhaupt gerade verdammt noch mal passiert ist, dem backe ich lebende rosa Kätzchen und bringe sie ihm persönlich vorbei.
Seine Lippen müssen schon, wenn er spricht, ungefähr so aussehen:


Blah, Cuntia kann nicht mehr denken, blah, Camouflage riecht gut. Exakt wie beim letzten Mal.

BAD PHRASE: IIIII IIIII III


Camuel blies mir auf einmal sanft auf jedes Augenlid, dies war wie ein plötzlicher Kälteschock, nach der intimen Wärme.
Ich will ja nichts sagen, aber gerade war sein Atem noch „heiß“. Das muss heißen, dass er ihr wirklich ins Gesicht gehaucht hat. Und bitte, hör auf, das Wort „intim“ in einem Kontext wie diesem zu benutzen.

Er zieht sich und seine vibrierend-oszillierenden Bürstenlippen zurück und lächelt „schamlos“, ehe er sie nach einigen Minuten, die beide in Nebencharakterstarre verbringen, esoterisch anflüstert.


„Ihr hattet Schlafsand auf Euren teuren Lider, Milady.

Missed the German lady: IIIII
Dat Impertinenz: IIIII IIIII II
„Teure“ Lider? Na gut, wenn sie sich die hat vergolden lassen oder so, erklärt das natürlich, warum er sie mit seiner besonders sanften körpereigenen Politurbürste reinigen will...


Und als Euer privater Hauslehrer, der bislang leider noch nicht Gelegenheit zu Eurem Töpfchen-Training hatte, sah ich es als meine Pflicht an, sie wieder zu reinigen.“

Dat Impertinenz: IIIII IIIII III

Er läuft lachend davon und das Haus erbebt vom
hasserfüllten, ohrenbetäubenden Schrei einer wütenden Baronesse.

Have I mentioned I'm a blond baroness today?: IIIII

„R-A-U-S   H-I-E-R !!!!!!!!!!“, buchstabierte ich zornentbrannt. Da konnte er mal sehen, wie gebildet ich schon war! Keiner konnte mir unterstellen, ich wäre zu dumm, mich selber zu waschen!

Romantic Ew: IIIII IIIII
Ich weiß beim besten Willen nicht, was so toll an einem Mann ist, der einen zu derartigen Wutausbrüchen inspiriert. Wenn man sich so sehr für jemanden begeistert, sollte man dann nicht eher dazu geneigt sein, ihm zu verzeihen?

Anyway, an dieser Stelle mache ich mal Schluss. Alsdann!

Habt ein lustiges (und sogar relevantes) Video zur Ablenkung:

Tags: fandom : original : 301-350, jaeger : quillsinmyhair : 101-150, verrisse : 1151-1200
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