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The Curse - Teil 6: Das nicht so Grande Finale

Titel der Geschichte: The Curse
Fandom:
Original...Ägyptenmist...Fäntäsi...oder so.
Name des Autors: Artemis4ever

Der langweilige Plot: Suelene gerät in Gefangenschaft des evöll-perversen Pharaos Ramses-Schrumpelhoden, der in seinem Thronsaal eine römische Arena betreibt. Stulonis leidet gar schrecklich vor sich hin und muss sie retten. Charaktere können random zaubern.
Die Antiqualität der Charaktere: Alle Charaktere erfüllen alle Klischees schlechter Geschichten, die überhaupt existieren. Alle. Die Protagonisten sind Mary-Sue und Gary-Stu aus dem Lehrbuch, komplett mit Zauberkräften und aus dem Arsch gezogenen modernen Ansichten und „Erfindungen“ - wie der Pille und einem Himmelbett. Alle anderen männlichen Charaktere sind böse oder böse und dazu noch pervers. Alle anderen weiblichen Charaktere sind böse Schlampen oder beweihräuchern Sue und Stu.
Entnervende Macken im Stil: Moderne Umgangssprache in historischem Setting. Dauernd. Die Prosa ist so rosa, dass es Augenkrebs verursacht.


Teil 1: So schockierend, dass mir kein Titel einfiel

Teil 2: Sex, Blut und Explosionen (friends-locked)

Teil 3: "Ich packe meinen Koffer" und Ramses, der netteste Tyrann aller Zeiten

Teil 4: Ramses Bolton wählt Miss Gemetzel - Bikini Edition

Teil 5: Ramses Bolton wählt Miss Gemetzel - Die Top Ten

Meine Damen und Herren, liebe Kinder!

Herzlichst Willkommen zum Finale der diesjährigen Miss-Gemetzel-Wahl! Kapitellang haben wir mitgefiebert und mitgelitten, nun wird sich zeigen, welche unserer Kandidatinnen den Sieg – und damit ein lebenslanges Abo auf Ramses Schrumpelhodens Schrumpelhoden – erringen wird!



Ein kurzer Überblick über unsere verbliebenen vier Grazien:


  • Suelene: Die durch und durch moralisch überlegene Instanz und das personifizierte Zentrum des Universums, steht im Finale ohne bisher auch nur einen Finger gekrümmt zu haben, damit ihr zartes Seelchen nur nicht von so etwas wie einem Plot oder Charakterentwicklung befleckt wird...


  • Samantha: Der kampfstarke und durchsetzungsfähige Publikumsliebling mit wallender blonder Mähne und den bisher vielversprechendsten Kampfauftritten...


  • Hel: Die sympathische Geheimfavoritin mit dem dunklen Geheimnis. Ihr ahnt NIE, was sie kann!


  • Nailah: Der letzte verbliebene Pappaufsteller, dazu rothaarig und sommersprossig. Was wird wohl ihr Schicksal sein?


Nun aber auf zum atemberaubenden Höhepunkt dieser Geschichte...

Kapitel 9:

Samantha und … Nailah!“, verkündete der Pharao missvergnügt einen weiteren Namen aus der Schale.


[Die rothaarige Nailah tritt in die Arena und fühlt sich in ihrem Outfit ganz doll nackig, was anscheinend in Anbetracht der Situation ihr einziges Problem ist.]


Sie war sosehr damit beschäftigt alles an Ort und Stelle zu halten, dass sie nicht einmal mitbekam, dass die Feder gefallen war. [...]

Sie war nicht im Stande sich zu wehren, als Samantha ihr bereits ihren Dolch ins Herz stach und sie wie ein Tier abschlachtete.


Gähn... war das spannend. Wie ein Tier, hört ihr? Total grausam, Nailah mit einem einzigen Stich schnell zu töten, statt sie mit einem Spektakel oder Kampf lange zu quälen, oder?

Aber – falls ihr es bisher noch nicht bemerkt habt – Samantha ist bööööööse, durch und durch:


Keine Miene der Trauer verzog dabei Samanthas Gesicht, blieb stets kühl und ausdruckslos. Alles.

Alles bis auf ihre Augen. Sie funkelten vor perverser Leidenschaft und strahlten vor Freude, ihre Beute erfolgreich erlegt zu haben.


Zumindest vermutete ich dies. Vielleicht stand sie auch einfach unter Schock. Oder versuchte dieses Spektakel so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, ohne ihre Gegnerinnen unnötig zu quälen, weil sie einfach nur überleben wollte. Unverschämtheit aber auch.

Gut, dass wir hier einen moralisch überlegenen Laufkommentar von Suelene bekommen, sonst hätten wir dummen Leser doch glatt noch so etwas wie Mitleid oder Verständnis für Samantha übrig.


[Samantha möchte den Dolch aus Nailahs Brust ziehen, wird dann aber durch Ramses höchstpersönlich davon abgehalten:]


„Lass den Dolch drin! Das wird eine Riesensauerei! Ich spreche aus Erfahrung!“ So viel dazu.

[Nailahs Leichnam wird weggebracht und da waren's nur noch drei Kandidatinnen. Auf ins Halbfinale!]

[...]

„Samantha und Selene!“ Dun. Dun. Dun. DUN!!! O.O


Mir rutschte das Herz in die, nicht vorhandene, Hose, die zu der Zeit, in der diese Geschichte spielen soll, gerade erst von asiatischen Reitervölkern erfunden wird und somit einer ägyptischen Töpfertochter nicht bekannt sein dürfte.


Braucht es wirklich ein Buch namens „Warum moderne Redewendungen und Vergleiche in historisch anmutenden Settings nicht funktionieren und selbst wenn theoretisch möglich meist albern und unpassend klingen?“ Wirklich?


Ich erinnere nur an eine gewisse Elbe, in deren Kopf sich Szenen wiederholen „als hätte jemand zurückgespult und auf „Play“ gedrückt“.

Oder an den pseudomittelalterlichen Protagonisten, den etwas „durchfuhr wie ein elektrischer Schlag“.


Es war soweit. Meine Selene musste ihren ersten Kampf bestreiten. Ihn gegen ein herzloses, blondes Muskelpaket gewinnen. Will noch jemand Popcorn?


Mein Mondschein tapste mit unsicheren Schritten in die „Arena des blutigen Spektakels“. Awwww.... ist sie nicht süß und hilflos und rein und unschuldig? Seid ihr nicht auch gespannt auf die Verrenkungen und Plotkekse, die nötig sein werden, damit Suelene auch bloß rein und unschuldig bleibt und trotzdem gewinnt?

[…]

[Samantha ist gemein zu Suelene und...]


Sah das ganze wahrscheinlich als vergnügliche Jagd an, in welcher ich eine weitere Trophäe werden sollte. Doch das wollte ich auf keinen Fall zulassen, denn ich war keine Beute. Verzeih mir, wenn ich mal eben lachen gehe. Du warst die gesamte Geschichte nichts andere als eine Beute und ein devotes ergebenes Weibchen für deinen Stu, das sich in Selbstmitleid und Verachtung für andere Frauen suhlt.

Aber nein, uns muss doch weiter eingebläut werde wie supertollig sie ist!


Ich war eine Kämpferin. Eine Kriegerin der Liebe, der Treue und der Gerechtigkeit.

Woran... ach ja:

Sailor_Moon_3
(sailormoon.wikia.com)


Ich bin Sailor Moon. Ich kämpfe für Liebe und Gerechtigkeit. Und im Namen des Mondes - werde ich dich jetzt bestrafen.“


head-> desk Super. Suelene ist ein billiger Sailor Moon-Abklatsch im alten Ägypten. Daher auch der unpassende Name und das „Mein Mondschein“-Gedöns. Und ich dachte, diese Geschichte könnte nicht noch schlechter und alberner werden... muss ich das jetzt als Crossover markieren?


So glaubte ich an die Existenz von Karma und hoffte, dass diese magische Kraft mir helfen würde, mich gegen die blutgierige Samantha zu behaupten. Karma. Im alten Ägypten. Ein spirituelles Konzept des Buddhismus, Hinduismus und Jainismus, das keine helfende, magische Kraft und erst im 6. Jh. v. Chr. erstmals belegt ist. Und es gibt sicher auch keine ägyptischen Gottheiten, die Suelene hier um Hilfe bitten könnte. Wo kämen wir denn da hin? Stattdessen reagiert sie wie immer würdevoll und besonnen:


„Leck mich!“, retourte ich daher nur gedanklich und wartete auf das Herabfallen der Feder.


[Samantha stürzt sich auf sie und Suelene weicht aus. Samantha entscheidet sich daraufhin, dass sie wohl schärfere Geschütze braucht:]


Frustriert über diese Tatsache, warf sie mir den Dolch entgegen und entschloss sich dazu, sich eine neue Waffe zu beschaffen. Sie nahm sich eine lange, eiserne Kette vom oberen Drittel der „Mörderwand“.

[...]

Denn Samantha würde bestimmt versuchen, mich mit dieser Kette zu erwürgen, erschlagen oder zu zerquetschen... oder zu Fall zu bringen, zu entwaffnen oder ihr die Gliedmaßen zu brechen, was mit einer Eisenkette leichter zu bewerkstelligen sein dürfte, als jemand zu... zerquetschen. Aber vielleicht erdrosselt sie ja auch Leute mit Schwertern und schlägt ihnen mit Pfeil und Bogen den Schädel ein.


Ich musste also auf der Hut sein, wurde allerdings doch noch von etwas Warmen auf meinem linken Arm abgelenkt. [Suelene blutet] Ich war geschockt, doch spürte keinen Schmerz.


Zu viel Adrenalin, wie meine Mutter die Ursache dafür nannte, schoss durch meinen Körper und verschwieg mir, dass der Schnitt durch den missglückten Taillienhieb verursacht worden war. Genau. Ihre Mutter hat neben der Antibabypille auch noch das Adrenalin entdeckt. Dazu hat sie wahrscheinlich das Rad erfunden. Und gleich den ersten Prototyp mit einem selbst gebauten 3D-Drucker hergestellt. Im Weltraum.


[Blabla, der unglaublich spannende Kampf geht weiter...]

Denn Samantha hatte gerade mit der Kette Schwung geholt und versuchte mich mit dieser zu erfassen. Wollte mir mit voller Wucht auf den Schädel schlagen, doch ich reagierte und wich aus.

[…] Ihre Glieder peitschten ungebremst auf meinem Arm und schlängelten sich fest an meine Haut.

Ich versuchte aus der Kette zu entkommen, doch es gelang mir nicht. […]


Eine Situation, die Samantha zu genießen schien, denn sie grinste höhnisch und zog mich an sich.

[…] Ich war bereits in ihrer Reichweite, in der Nähe ihrer Fäuste, als ich ihr hart gegen das Schienbein trat. Sie heulte auf, doch lockerte ihren Griff nicht. Oh Wunder. Sicher würde jeder andere zusammenbrechen, wenn Suelene ihm barfuß gegen das Schienbein tritt.


[…] Sie wollte mich nur noch mehr mit all ihrer Macht zerquetschen, also tat ich etwas, das meine allerletzte Chance zu sein schien. Zerquetschen. Mit einer Kette. Die sie um Suelenes Arm gewickelt hat. Wer mir erklären kann, wie das funktionieren soll, kriegt einen Keks.


Ich trat Samantha zwischen ihre Beine - was bei einer Frau immer denselben Effekt erzielte wie bei einem Mann - und wurde sogleich von einem gewaltigen Ruck zurückgeschleudert. Samantha hatte losgelassen, doch ich verlor den Halt, rutschte auf den blutigen Fliesen aus und verlor meinen Dolch. Ich prallte mit meinem Kopf aufs harte Pflaster und tauchte ein in ein dunkles Schwarz.

Applaus für unsere „Kriegerin der Liebe“!


[...]

[Leider nutzt Samantha warum auch immer Selenes Ohnmacht nicht dazu, sie umzubringen, sondern wartet brav ab, bis unsere Heldin wieder bei Bewusstsein ist]


Das Schwarz verblasste und wich mit jedem Augenblick der untrüben Klarheit. Samantha stand über mir. Mit vollkommen nackten Oberkörper – was total wichtig zu erwähnen ist. Präsentierte ihre Muskeln und hob einen Gegenstand über ihren Kopf. Es war eine Axt.


Augenblicklich wieder bei Bewusstsein zog ich meinen Körper von ihren Beinen weg. Rutschte weg von ihr und spürte dabei wie die heißen Fliesen meine Haut verbrannten. Seems legit. Anscheinend hat Ramses die Fußbodenheizung angeworfen.


[...und weiter geht es mit dem dramatischen Kampf. Diese Atmosphäre, die die Autorin mit so wenigen passenden Worten zaubert ist wirklich ergreifend!]


Sie rückte mir geschwind auf die Pelle…und…schlug…zu!


[Natürlich verfehlt sie Suelene. Denn Samantha ist doof. Und blind. Sonst würde sie die Trulla die direkt vor ihr bewegungslos auf dem Boden liegt mit einer verdammten Axt treffen. Aber nein... Suelene trägt ja magische Plotarmor. Hat auch ihre Mutter erfunden.]


Es war ein Wunder! Ich konnte es selbst kaum fassen. Wusste nur, dass ich dieses Geschenk nutzen musste und trat mit aller Kraft gegen die Schienbeine meiner Gegnerin.

Warum treten die Weiber in diesen Geschichten eigentlich dauernd irgendjemandem gegen das Schienbein? Stellen sich die Autorinnen so ernsthaft einen Zweikampf auf Leben und Tod vor? Das ist (gerade barfuß, im Liegen und ohne Kampfsporterfahrung) nicht besonders effektiv. Warum tritt zielt sie nicht wenigstens auf das Kniegelenk oder versucht ihre Gegnerin zu Fall zu bringen? Oder – ganz großartige Idee – nutzt den kurzen Moment um von ihren Hintern hoch und wieder auf die Beine zu kommen statt da rumzuliegen und zu wartet bis die andere vom Blitz erschlagen wird? […]


Sie verlor allerdings wundersamerweise nicht den Halt und hob erneut die Axt zum Angriff. Schwang sie über den Kopf zum Ausholen bereit, doch diesmal war ich schneller, ergriff den Dolch und spiegelte die intensive Sonne an seiner Scheide. Das Licht wurde gebündelt und traf Samantha scharf ins Auge. Applaus für Suelene: Sie hat es nicht mal geschafft den Dolch, mit dem sie kämpfen wollte, aus der Scheide zu ziehen. Bravo. Dazu ist die Scheide anscheinend aus massivem, auf Hochglanz poliertem Gold, wenn sie die Sonne spiegeln kann. Die im Thronsaal so stark scheint, dass sie blendet und sich spiegelt. Klingt logisch.


Und nun Trommelwirbel, bitte! Schnallt eure Helme fester und haltet Schüsseln und Hirnbleiche bereit! Es folgt die mit Anstand dümmste Art zu sterben, die mir in einer angeblich ernstgemeinten Badfic jemals untergekommen ist:


Sie bellte auf, führte ihre Hände reflexartig vor ihre Augen und vergaß die Axt über sich.Sie sauste herab und traf sie mit der flachen Seite des Axtteils. Sie ging zu Boden und blieb regungslos liegen.


Ja. Das steht da wirklich. Samantha erschlägt sich versehentlich selbst MIT EINER AXT, damit unsere liebe Sue sich nicht die zarten Händchen mit Plot beschmutzen muss.


Bitte entschuldigt mich... ich gehe mal eben schreien...



Okay, da bin ich wieder mit Suelenes Reaktion zur haarsträubendsten Arschrettungsaktion des Plots, die ich seit langer Zeit gelesen habe:


Karma bringts! Ich atmete erleichtert aus und war froh Samantha nicht den Schädel gespalten zu haben. Head → desk

Du hast sie trotzdem umgebracht. Das ist in etwa so, als hättest du sie vor einen Zug gestoßen und würdest sagen „Ein Glück, dass ich sie nicht überfahren habe. Ich bin unschuldig!“ -.-


[Ramses ist ganz begeistert, dass sich sein FKK-Kampfspektakel so prächtig entwickelt. Stulonis... nicht so...]


Mein Liebster war mittlerweile vollkommen erblasst und schien nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein. Er wirkte sehr betroffen und sah so aus, als würde er jeden Moment losheulen. Awwwww... ist er nicht süß?


[...]

„Nun denn…der letzte Kampf bricht an: Selene gegen Hel!“


Ich umklammerte meinen Dolch, als die kleine Hel in die Mitte des „blutigen Spektakels“ trat. Die kleine Hel. Sicher ist sie erst fünf. Ganz klein und niedlich und unschuldig und hilflos, so wie es sich für ein Weibchen gehört. In dieser Geschichte gibt es nämlich nur zwei Typen Frau: Durch-und-durch-böse-stark-und-selbstbewusst-Samanatha – die Schlampe – und arme, zarte, unschuldige Opfer.


[…] Ihre bedrückten schwarzen Lippen und ihre umrandeten Augen zeigten ihre Zerrissenheit, aber es war unumgänglich. Sie wirkte von außen so taff, vor allem durch ihre unzähligen Tattoos, doch in ihrem Inneren war sie so zart, dass ich mir wünschte sie unter anderen Umständen kennengelernt zu haben. Denn Tattoos sagen so viel über den Charakter eines Menschen aus. Und Suelene kennt natürlich ihre tiefsten Geheimnisse, obwohl sie sie erst vor gefühlten 10 Minuten kennengelernt hat und sie seitdem schweigend nebeneinander standen und das Nacktmetzeln beobachtet haben.


[Ramses starrt mal wieder Suelene an]


Denn meine Fetzen saßen wundersamer Weise durch Plotmagie immer noch wie angegossen, waren nicht im Geringsten verrutscht und verhüllten alles was Solonis nur zu Gesicht bekommen durfte. Denn Frauen, die anderen Männern als ihrem Verlobten irgendeinen Teil ihres Körpers zeigten, waren pöse Schlampen! Her mit der Burka!

[...]

Wenn er mich jetzt schon so ansieht, was stand mir dann als seine Mätresse bevor?

Runzlige Eier, die bis zum Boden hängen, staubiges Sperma das mit dem Wüstensand konkurrieren könnte und ein schlapper Schwanz, der nicht mal durch Magie lange am Stehen gehalten werden könnte?

.äh.... sollte sie sich darüber nicht... freuen? Das senkt zumindest das Risiko, dass sie als Mätresse all zu viel zu tun bekommt. Ich meine... rein pragmatisch gesehen, ist es doch immer noch besser die Mätresse eines alten, schwachen Mannes zu sein, der nur noch einmal im Schaltjahr wirklich zur Sache kommen kann und bald den Löffel abgibt, als einem kräftigen, jungen Kerl mit ordentlich Libido und einer Menge Ausdauer für Jahrzehnte ausgeliefert zu sein. Just saying...


Wie wäre es denn mal mit einem Frauencharakter in diesem Geschichtentyp, der kein sich permanent selbst bemitleidendes Opfer ist?

Wo ist die Geschichte der (meinetwegen) cleveren ägyptischen Töpfertochter, die im Harem des grausamen Pharaos landet und sich statt ihr gar schröckliches Leben zu beklagen denkt 'Das ist meine Chance. Machen wir das Beste draus'? Und dann über die Zeit hin durch geschicktes Handeln und Intrigen eine mächtige Position als Liebling des Herrschers einnimmt, um eines Tages eine Palastrevolte anzuzetteln und grausame Rache zu nehmen? Oder einen Sohn vom Herrscher bekommt und ihn durch geschicktes Intrigieren an die Macht bringt, weil der Pharao mit einer Hauptfrau nur Töchter hat? Und viele, viele Jahre, nachdem das Leben sie auseinander gerissen hat, trifft sie wieder auf ihre große Liebe, ihren damaligen Verlobten, der immer noch ein kleiner Handwerker/Soldat/wasauchimmer und mit einer anderen Frau verheiratet ist und sie als die Mutter des Pharaos in ihrer Sänfte unter all dem Schmuck, der Perücke und der Schminke gar nicht mehr erkennt.... le drama.


Aber nein... zurück zu diesem Mist:


[…]

Kapitel 10:


[…blabla... Stulonis bemitleidet sich selbst]


„Darf ich um etwas bitten?“ Hel sah den Pharao flehend an.

„Und das wäre?“

„Einen Zauberstab!“


[Ramses wendet berechtigterweise ein, dass sie ganz schön blöd sein muss, wenn sie zaubern kann und sich trotzdem von seinen Wachen hat überwältigen lassen]

„Ich wurde überrascht, deshalb konnte ich nicht so gut zaubern wie normalerweise.“

„Sicher.“

[…]

„Ich habe keinen Zauberstab mehr, weil die Penner ihn kaputt gemacht haben.“ Diese Sprache bringt mich noch um -.- .


[Ramses möchte Hel einen Zauberstab geben, was sicher eine großartige Idee ist. Da kann nichts schiefgehen. Wirklich nicht. Schließlich hat hier niemand einen IQ, der auch nur im zweistelligen Bereich liegt]


Ungeheure Verzweiflung überkam mich, drohte mich zu erschlagen und brachte mich dazu meine Stimme zu erheben. Ich brüllte:

„Nein! Das ist nicht rechtens! Keinen Zauberstab!“

[...]

„Lass dir eines gesagt sein, Solonis: Ich entscheide über Recht und Unrecht. Ich alleine. […] Dies wird auf ewig so sein. Finde dich also damit ab. Denn ich habe recht, du hast unrecht. Ich bin mächtig, du bist schwächlich. Ich bin alles, du bist gar nichts. Und Ich…Ich allein mache die Regeln! Muhahahaha!


„Das werden wir sehen!“, drohte ich ihm, wobei ich nicht die Angst vor Konsequenzen verspürte. […]


„Mutig, aber in unserem Inneren wissen wir doch beide, dass du ein kleines verletzliches Seelchen bist. Ein Sklave der Liebe. Dir bedeuten andere mehr als dein eigenes Leben und das ist dein Fehler. Das ist deine größte Schwäche…Ich lasse also deinen Gesuch zu Hel! Du bekommst deinen Zauberstab!“ Bin das nur ich oder spürt ihr auch eine gewisse Spannung zwischen Ramses und unserem Stu? Grrr... vielleicht ist da ja noch ein Plätzchen im Harem frei.


[Ramses nimmt Stulonis seinen Zauberstab ab... also den aus Holz ;)]


„Ganz ruhig, Solonis. Den brauchst du sowieso nicht mehr“, flüsterte er mir zu, „Andere Aufgaben warten nun auf dich, aber sieh es positiv. Deinen Schwanz habe ich dir gelassen, obwohl er schon bald ebenso überflüssig sein wird wie dein magischer Stab. Insofern er dies nicht schon immer war.“ Da ist jemand ziemlich fixiert auf Stulonis Gemächt. Erst die Fummelei und jetzt das...


[Ramses gibt Hel Stulonis' Zauberstab und es wird wieder Zeit für ein bisschen dirty talk...]


„Und wie fühlt es sich an den Zauberstab deines Verlobten in den Händen einer anderen Frau zu wissen? Mit an zu sehen wie sie ihn umschließt und spürt?“


„Fahren sie zum Tartaros!“, explodierte nun auch meine Selene.“ […] Tartaros... ich sag schon gar nichts mehr...

Kapitel 11:

[...]

„Keinen Gnadentod via ‚Interficio-Zauber’“, verbot er, „Ich möchte einen Kampf und keine Hinrichtung sehen. Deshalb gebe ich auch einer der beiden einen Zauberstab und der anderen überhaupt keine Waffe, hihi! Zeig der kleinen Amazone was es bedeutet Schmerzen zu spüren!“


Hels Gesicht entglitt ihr, anscheinend war genau der Gnadentod ihr Plan gewesen. Sie wollte es mir wohl so leicht wie möglich machen, meinen Abgang erleichtern, doch daraus wurde nun nichts mehr.

[Hel zaubert und Suelene weicht aus. Auf ins dramatische Finale:]


Doch ich durfte mich nicht davon ablenken lassen und fokussierte ich voll und ganz auf Hel. Sie schwang erneut den Stab. Ich wich wieder aus und so weiter und so fort, bis das Unvermeidliche geschah: Ein Fluch traf mich mit voller Wucht. Ich stürzte zu Boden und spürte wie sich meine Lungenflügel verkrampften.

Uuuuund das wars. Nein. Ehrlich. Das wars. Suelene hat all ihre Kräfte aufgeboten um zu gewinnen. Finito.

Ich war unfähig zu atmen, wobei ein weiterer Zauber mein bereits ramponiertes Handgelenk traf. Er riss meine, nicht mehr blutende, Wunde von Neuem auf und brachte sogar meine darunter liegende Pulsader zum Bersten.

Und ihre letzten Worte:

Vergib mir Solonis!


Denn auch ihr Tod ist natürlich nur das Problem ihres Männchens. Und sie muss sich natürlich aus tiefstem Herzen entschuldigen, wenn sie ihm damit Unannehmlichkeiten bereitet.

[Und wir schalten zu Stulonis:]

Unbeschreibliche Pein entbrannte in mir, wobei ich mich wie wild gegen meine menschlichen Fesseln behauptete. Mir gelang es endlich mich aus ihren Griffen zu befreien und stürzte zu Selene.


[…] Ich kniete mich zu ihr, zog ihren Körper auf meinen Schoß und versuchte ihre Blutung zu stoppen.

Presste meine Finger auf die klaffende Wunde und strich meiner Liebsten liebevoll über die Wange, ehedem ich sie küsste und ihr meinen Atem spendete.Doch sie reagierte nicht.


In einer anderen Geschichte wäre das jetzt wohl ergreifend oder dramatisch. In einer anderen Geschichte.


[…] „Selene, ich liebe dich mehr als mein Leben. Komm zu mir zurück! Ich flehe dich an!“, flüsterte ich ihr zu und küsste sie erneut, doch sie fühlte sich nur noch kälter an.

Eine Temperatur, die zwischen uns so gut wie unmöglich war. Denn unsere lodernde Liebe verbot uns dies. Umso erschreckender war es nun für mich, dass es doch möglich sein konnte.

The End.

Wirklich. Das ist das Ende. Diese ellenlange, todlangweile, selbstmitleidige Drama diente nur dazu, dass in dem wohl langweiligsten Endkampf der Geschichte der Literatur unsere völlig unfähige Protagonistin nun doch den Löffel abgibt und – wie erwartet – unser armer männlicher Protagonist wie schon im gesamten Rest der Geschichte sein schröckliches Schicksal beklagen darf. Aber vielleicht wurde uns auch ein Epilog verschwiegen, in dem Suelenes Mami mit einer selbst erfundenen Zeitmaschine und einem Rettungshubschrauber auftaucht und alle in den Sonnenuntergang fliegen, während sich Ramses dramatisch schreiend die Haare rauft.

Bitte fragt mich nicht, was das Ganze sollte. Bitte. Nicht. O.O


Tags: fandom : original : 451-500, genre : mary sue/gary stu : 901-950, jaeger : drol_moldevort 051-100, verrisse : 1501-1550
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